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Nackte Mark: Ein Spendentoken mit Schlagseite

Die Nackte Mark (NAKMAK) will die Spendenwährung der freien Medien sein. Ich habe Whitepaper, Tokenomics und Handelsdaten durchgesehen: Der Token läuft auf Solana, das Team hat Menge und Verteilung selbst festgelegt, und der Handelspool ist so dünn, dass größere Spenden beim Verkauf spürbar schrumpfen. Warum das ausgerechnet die Medien trifft, denen er helfen soll, und warum Bitcoin für Spenden völlig reicht.

Bitcoinlighthouse

September 30, 2026 · 12 min read

Die letzten Wochen habe ich mich durch das Whitepaper, die Charts und einige Podcastfolgen zur Nackten Mark gearbeitet. Anlass waren Fragen, die mir nach Stammtischen und Workshops immer wieder gestellt wurden: Ist das nicht eine gute Sache? Freie Medien unterstützen, am System vorbei, mit Krypto?

Ich verstehe den Impuls. Ich teile sogar das Anliegen. Aber die Nackte Mark war für mich vom ersten Moment an erledigt: Sie läuft auf Solana. Ein Token auf einem Shitcoin kann nichts anderes sein als ein Shitcoin. Die Recherche danach hat nur gezeigt, wie tief das Problem reicht. Und dass es ausgerechnet die Medien trifft, denen die Nackte Mark helfen soll.

Ich will das sauber begründen, nicht mit Empörung. Du sollst selbst prüfen können, ob meine Argumente tragen. Deshalb steht hinter jeder Zahl eine Quelle.

Was die Nackte Mark ist#

Die Nackte Mark (Kürzel NAKMAK) ist ein Token auf der Solana-Blockchain. Entstanden ist sie als Spendenmöglichkeit für den Podcast Nacktes Geld von Paul Brandenburg und einem Investor, der öffentlich nur als „Hermann“ auftritt. Herausgeberin ist laut rechtlichem Hinweis die PaulBrandenburg LLC, die dort den Token selbst als „Memecoin“ bezeichnet und US-Recht zugrunde legt (nacktemark.de/profis). Beworben wird sie als Spendenwährung der freien Medien: Du kaufst Token und schickst sie an Podcaster, Publizisten und alternative Medienprojekte.

Die Eckdaten laut Whitepaper:

  • 10 Millionen Token – Maximale Gesamtmenge, festgelegt vom Team.
  • 15 % für Team & Berater – 9 Monate gesperrt, danach linear über 24 Monate freigegeben.
  • 1 % Seed-Investor – 6 Monate gesperrt, danach linear über 9 Monate.
  • Nur 10 % im öffentlichen Verkauf – Weitere 43 % liegen in Töpfen für Entwicklung, Ökosystem, Rewards, Incentives und Reserve – verteilt nach Entscheidung des Projekts.

Nach dem Vorverkauf, der am 6. April 2025 endete, gab das Projekt Token zum Ausgabekurs von 0,10 Dollar aus; frühe Community-Mitglieder bekamen laut Whitepaper vorher „vergünstigten Zugang“. Im Oktober 2025 stand der Kurs zeitweise bei knapp 0,49 Dollar, heute liegt er bei rund 0,19 Dollar (GeckoTerminal).

Das Kleingedruckte, das eigentlich groß gedruckt gehört#

Eines muss man dem Projekt lassen: Es ist an einer Stelle bemerkenswert ehrlich. Auf der eigenen Einsteigerseite steht in Großbuchstaben: „Diese Währung ist ein Spendenmittel – KEINE Geldanlage!“ (nacktemark.de/anfaenger). Das Whitepaper legt nach: Der Token stelle „kein Wertpapier und kein Finanzanlageprodukt“ dar, und weder der Podcast noch beteiligte Personen haften für Verluste. Noch deutlicher war die Ankündigung des Vorverkaufs: „Der Kauf unseres Community Coins ist eine Spende an das Team von paulbrandenburg.com. Es ist keine Geldanlage / kein Investment!“ (paulbrandenburg.com).

Das ist ein fairer Hinweis. Er zeigt auch, wohin das Geld der ersten Käufer geflossen ist: nicht an die freien Medien, sondern als Spende an das Team, das den Token herausgibt. Und er wirft eine Frage auf, die mich seitdem nicht loslässt: Wenn es keine Anlage ist und kein Geld im eigentlichen Sinn, wofür braucht es dann einen eigenen Token? Eine Spende kann man seit Jahrzehnten per Überweisung schicken. Und seit 2009 auch ohne Bank.

Warum die Nackte Mark ein Shitcoin ist#

Das Wort klingt nach Stammtisch, hat aber eine präzise Bedeutung. Ein Shitcoin ist ein Token, dessen Menge und Regeln von einer kleinen Gruppe festgelegt werden und dessen Wert letztlich davon abhängt, dass man dieser Gruppe vertraut.

Das Fundament ist schon das Problem. Solana selbst wurde mit einem großen Anteil für Gründer, Stiftung und frühe Investoren gestartet, bevor die Öffentlichkeit überhaupt einsteigen konnte: Rund ein Viertel ging an Team und Stiftung, gut ein Drittel an Investoren aus Seed- und Venture-Runden (Tokenomist). Die Menge ist nicht begrenzt, neue Coins entstehen laufend. Wer einen Validator betreiben will, braucht Hardware mit Hunderten Gigabyte Arbeitsspeicher, die sich kaum ein Privatmensch hinstellt (Anza-Doku). Und das Netzwerk stand mehrfach stundenlang still, bis eine kleine Gruppe von Betreibern es koordiniert wieder hochgefahren hat – zuletzt im Februar 2024 für rund fünf Stunden (offizieller Ausfallbericht). Ein Netzwerk, das man neu starten kann, hat jemanden, der es neu startet.

Auf diesem Fundament hat das Team der Nackten Mark eine zweite Schicht gebaut, nach demselben Muster. Die Menge hat das Team bestimmt. Die Verteilung hat das Team bestimmt. Den Ausgabepreis hat das Team bestimmt. Ein Teil der Token ging an das Team selbst, bevor irgendjemand am Markt kaufen konnte.

Mit Bitcoin hat das nichts zu tun, auch wenn beides unter „Krypto“ läuft. Bitcoin ist ein Kassenbuch für die Menschheit, und es unterscheidet sich in jedem Punkt, auf den es ankommt:

  • Fairer Start – Kein Team, kein Vorverkauf, keine Zuteilung an Gründer. Jeder Satoshi musste durch Arbeit erzeugt werden – auch die ersten.
  • Begrenzt auf 21 Millionen – Die Obergrenze steht im Code und gilt für alle. Keine Stiftung, kein Team und kein Konferenztisch kann sie ändern.
  • Dezentral – Zehntausende Nodes weltweit, betreibbar auf einem Mini-PC zu Hause. Niemand kann das Netzwerk anhalten oder neu starten.
  • Transparent – Jede Transaktion seit 2009 steht im öffentlichen Kassenbuch. Jeder kann Menge und Regeln mit einer eigenen Node selbst nachprüfen.

Die Nackte Mark ist in jedem dieser Punkte das Gegenteil: vom Team gestartet, vom Team verteilt, auf einem Netzwerk, das eine kleine Gruppe neu startet. Das ist der Unterschied zwischen einem Werkzeug, dem du nicht vertrauen musst, und einem Produkt, dem du vertrauen sollst. Wie die 21 Millionen technisch zustande kommen, zeigt Die Bitcoin-Angebotsformel; warum sich immer mehr Leute bewusst auf Bitcoin beschränken, steht in Bitcoin only.

Die Ponzi-Logik: Wer am Ende die Rechnung zahlt#

Ich unterstelle niemandem Betrugsabsicht. Ein klassisches Ponzi-Schema braucht jemanden, der bewusst alte Anleger mit dem Geld neuer bezahlt. Darum geht es mir nicht. Es geht mir um die Struktur, und die folgt einer ähnlichen Logik.

Spiel den Weg einer Spende einmal durch:

1. Du kaufst Nackte Mark

Und schickst sie an einen Podcaster, dessen Arbeit du schätzt.

2. Der Podcaster hat Rechnungen

Miete, Technik, Steuern. Nichts davon kann er in Nackter Mark begleichen.

3. Also muss er verkaufen

Und verkaufen kann er nur, wenn jemand kauft.

4. Und wer kauft?

Der nächste Spender.

Der Wert jeder Spende hängt also davon ab, dass ständig neues Geld nachfließt. Der Token hat keinen Nutzen außer dem, weitergereicht und irgendwann verkauft zu werden. Solange neue Käufer kommen, funktioniert das. Wenn nicht, sitzt der Letzte in der Kette auf Papier.

Die Kette ist dünn#

Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,9 Millionen Dollar. Im einzigen nennenswerten Handelspool (NAKMAK/SOL auf Raydium) liegen aber nur rund 64.000 Dollar, je zur Hälfte in NAKMAK und in SOL. Das tägliche Handelsvolumen beträgt ein paar hundert Dollar (DexScreener). Die 1,9 Millionen sind eine Zahl, die niemand je realisieren kann.

Eine grobe Rechnung nach der Formel eines klassischen Liquiditätspools: Angenommen, ein Medium hat Token im Wert von 10.000 Dollar gesammelt und will sie verkaufen. Durch den Kursrutsch, den der eigene Verkauf auslöst, kämen nur etwa 7.700 Dollar an – knapp ein Viertel ist weg. Bei 20.000 Dollar Spendenwert wären es schon fast 40 Prozent. Die Spender haben 20.000 gegeben, angekommen sind etwa 12.400.

Stand der Zahlen: 30. September 2026:

Kurs, Marktkapitalisierung, Pool-Liquidität und Handelsvolumen ändern sich laufend. Die Werte oben stammen von DexScreener und GeckoTerminal zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Über die Links kannst du den aktuellen Stand selbst abrufen und die Rechnung mit frischen Werten wiederholen.

Dazu kommt der Zeitplan. Laut Whitepaper waren die Team-Token neun Monate gesperrt und werden danach über zwei Jahre schrittweise freigegeben; auch die übrigen Töpfe werden über 3 bis 24 Monate ausgeschüttet. Jede Tranche, die jemand in Euro tauscht, trifft auf denselben dünnen Pool.

Cantillon im eigenen Haus#

Hier wird es für mich philosophisch interessant, und ehrlich gesagt auch traurig.

Viele der beteiligten Medien verstehen sich als freiheitlich und kritisieren Zentralbanken, Gelddrucken und Steuern. Hört man genauer hin, stört sie aber selten, dass genommen wird, sondern wer es bekommt. Das ist keine Kritik am System, das ist der Wunsch nach einer anderen Umverteilung. Den leisesten Mechanismus dahinter kennen die wenigsten beim Namen: den Cantillon-Effekt. Wer nah an der Geldquelle sitzt, bekommt das neue Geld zuerst und kauft zu den alten Preisen. Wer weit weg ist, zahlt später die höheren. Mehr dazu in Die Value4Value-Philosophie.

Genau deshalb fällt bei der Nackten Mark kaum jemandem etwas auf. Das Team erhält seinen Anteil ohne Kauf. Die Frühen kaufen vergünstigt im Vorverkauf. Das Publikum, das später über Podcast und Telegram davon erfährt, zahlt 0,20, 0,30 oder zeitweise fast 0,50 Dollar. Einer macht das Geld, und die anderen zahlen drauf. Es ist dasselbe Cantillon-Muster, nur mit anderen Nutznießern, und die wirken diesmal sympathisch.

Wer die Zentralbank kritisiert, sollte nicht selbst eine Geldquelle mit Insider-Zuteilung eröffnen.

Warum das die freien Medien mit in die Tiefe zieht#

Ein Kursverlust von 50 Prozent ist für einen Spekulanten ärgerlich. Für ein Medium, das von Glaubwürdigkeit lebt, ist er gefährlich.

Die Menschen, die Nackte Mark kaufen, tun das nicht als Trader. Sie tun es, weil sie ihren Lieblingsmedien vertrauen. Wenn dieses Geld zur Hälfte verdampft, richtet sich die Enttäuschung nicht gegen „den Markt“. Sie richtet sich gegen die Stimmen, die den Token empfohlen haben.

Jedes Medium, das die Nackte Mark bewirbt oder annimmt, leiht ihr seinen Ruf. Damit ketten sich Projekte aneinander, die vorher unabhängig waren. Wer sein Boot an ein anderes bindet, geht mit ihm unter, wenn es leckschlägt. Und das Leck ist nicht die Frage, ob, sondern wie groß.

Es gibt noch eine zweite Ebene. Der typische Unterstützer alternativer Medien ist kein Krypto-Profi. Die Nackte Mark führt ihn über Phantom-Wallet, MoonPay und einen Token-Swap in ein Ökosystem, in dem es von gefälschten Token wimmelt. Das Projekt warnt selbst vor Scammern und davor, Token an der falschen Börse zu kaufen (nacktemark.de/profis), und erklärt in einer eigenen Anleitung, warum die Wallet den echten Token oft als Spam ausblendet („Wo sind meine NAKMAK Token?“). Wer Menschen dorthin schickt, schickt sie in Gewässer voller Felsen, ohne Seekarte.

Bitcoin reicht#

Das Anliegen ist richtig: Freie Medien brauchen Unterstützung, die nicht von Plattformen, Banken oder Zahlungsdienstleistern abgeschaltet werden kann. Nur braucht es dafür keinen neuen Token. Die Werkzeuge gibt es längst, und alle laufen auf Bitcoin.

  • Bitcoin direkt – Eine Adresse auf der Website reicht. Kein Herausgeber, kein Team-Anteil, ein Markt, der tief genug ist, dass auch große Spenden ohne Verlust ankommen.
  • Lightning – Kleinstbeträge in Sekunden, praktisch ohne Gebühren. Genau das, was die Nackte Mark verspricht, nur ohne eigenen Token dazwischen.
  • Value4Value im Podcast – Mit Podcasting-2.0-Apps wie Fountain schickst du Sats direkt während des Hörens. Der Podcaster bekommt Bitcoin, keinen Token, den er erst loswerden muss.
  • Cashu – Digitales Bargeld auf Bitcoin-Basis: privat wie ein Geldschein im Umschlag, auch für Spender, die keine Spur hinterlassen wollen.
  • Nostr-Zaps – Unterstützung für Texte und Beiträge, direkt an den Autor, ohne Plattform dazwischen.
  • BTCPay Server – Für Medien, die es professionell wollen. Selbst gehostet, Open Source, keine Kontrolle durch Dritte.

Bei all diesen Wegen gilt dasselbe: Du musst niemandem vertrauen, außer den Regeln, die du selbst prüfen kannst. Und das Medium bekommt etwas, das es behalten oder verkaufen kann, ohne auf den nächsten Spender angewiesen zu sein.

Häufige Fragen#

Was ist die Nackte Mark (NAKMAK)?#

Die Nackte Mark ist ein Token auf der Solana-Blockchain, herausgegeben von der PaulBrandenburg LLC rund um den Podcast Nacktes Geld. Sie wird als Spendenwährung für freie Medien beworben: Man kauft NAKMAK über Phantom-Wallet und MoonPay und schickt die Token an teilnehmende Podcaster und Publizisten. Menge (10 Millionen), Verteilung und Ausgabepreis hat das Team festgelegt.

Kann man mit der Nackten Mark Geld verdienen?#

Das Projekt sagt selbst nein: Die Nackte Mark sei „KEINE Geldanlage“, und der Kauf im Vorverkauf war ausdrücklich „eine Spende an das Team von paulbrandenburg.com“. Gleichzeitig ist der Handelspool so dünn, dass schon der Verkauf von ein paar tausend Dollar den Kurs spürbar drückt.

Ist die Nackte Mark seriös?#

Das Projekt ist an vielen Stellen offen: Es nennt die Tokenomics, bezeichnet den Token als Memecoin und warnt vor Verlusten. Die Struktur bleibt trotzdem die eines Shitcoins: Ein Team bestimmt Menge und Verteilung und hält einen eigenen Anteil, und der Wert jeder Spende hängt davon ab, dass neue Käufer nachkommen. Wer spendet, trägt das Kursrisiko, und das Medium verliert beim Verkauf einen Teil der Spende.

Ist die Nackte Mark dasselbe wie Bitcoin?#

Nein. Bitcoin hat kein Team, keinen Vorverkauf und keine Zuteilung an Gründer, die Menge ist für alle auf 21 Millionen begrenzt, und jeder kann die Regeln mit einer eigenen Node prüfen. Die Nackte Mark ist ein Token, dessen Regeln ein Team festgelegt hat, auf einer Blockchain, deren Betreiber sie schon mehrfach neu starten mussten.

Wie unterstütze ich freie Medien stattdessen?#

Direkt mit Bitcoin: per Bitcoin-Adresse, über Lightning, mit Value4Value in Podcast-Apps wie Fountain, per Nostr-Zap oder mit Cashu. Medien, die das professionell aufziehen wollen, betreiben einen eigenen BTCPay Server. Bei allen Wegen kommt Bitcoin an, kein Token, den das Medium erst verkaufen muss.

Fazit#

Freie Medien brauchen Leser, die ihnen direkt etwas geben, und ein Geld, dessen Regeln niemand am Konferenztisch festlegt. Das eine gab es schon immer. Das andere gibt es seit 2009.

Freie Medien brauchen keinen eigenen Token. Bitcoin reicht – bei allem anderen macht einer das Geld, und die anderen zahlen drauf.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf bitcoinlighthouse.de – dort findest du auch unsere Bitcoin-Workshops in München.

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Elch

Die Nackte Mark ist ein klassischer Scam, entwickelt von einem Ex-Banker (Hermann), der sich mit Finanzbetrug gut auskennt. Paul Brandenburg hat mit der Emission einen kräftigen Gewinn gemacht, während seine gutgläubigen Journalisten-Kollegen die Verluste tragen. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde.
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