Diejenigen, die im „Jetzt“ die politische Macht innehaben (die Kontrolle der Gegenwart), besitzen auch die Mittel, um rückwirkend die Geschichte umzuschreiben. Wenn ein Regime die Geschichte erfolgreich so manipuliert hat, dass sie perfekt in das aktuelle politische Narrativ passt, sichert es sich damit die Macht für die Zukunft.
Orwell wollte uns mit diesem Satz warnen. Er zeigt radikal auf, wie gefährlich es ist, wenn Institutionen, Regierungen oder bestimmte Medienmonopole die alleinige Deutungshoheit über Informationen erlangen. Das Zitat ist ein starkes Plädoyer für objektive Geschichtsschreibung, unangreifbare Archive, eine freie Presse und das individuelle, kritische Denken. Nur wenn wir die Etablierung einer fiktiven Vergangenheit verhindern, können wir selbstbestimmt über unsere Zukunft entscheiden.
Wie ihr vielleicht aus vielen meiner Podcasts und Artikel wisst, habe ich eine große Leidenschaft für Geschichte. Doch gerade in diesem Bereich wird unglaublich viel manipuliert und umgedichtet, um einem bestimmten Narrativ zu entsprechen.
Gerade als junger Mensch übernimmt man Narrative oft unkritisch. Der Lehrer steht als Autoritätsperson vorne und scheint immer recht zu haben. Doch wenn man genauer hinsieht, stellt man fest: Vor allem der Lehrerschaft fehlt es erstaunlich oft an tieferem Verständnis für das Geschehen außerhalb des Klassenzimmers.
Hier ein paar Beispiele aus eurem Geschichtsunterricht:
Hexenverfolgungen:
Wenn im Unterricht das Mittelalter durchgenommen wird, entsteht oft das Bild einer dunklen, rückständigen Zeit, in der reihenweise Hexen auf dem Scheiterhaufen landeten. Tatsächlich fanden die großen, systematischen Hexenverfolgungen und -verbrennungen fast ausschließlich in der Frühen Neuzeit statt (also zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert). Das war die Zeit der Renaissance, des Humanismus und der Aufklärung. Im eigentlichen Mittelalter lehnte die Kirche den Glauben an Hexen sogar lange Zeit als heidnischen Aberglauben ab.
Die Pyramiden wurden von Sklaven erbaut
Wenn in der 5. oder 6. Klasse das Alte Ägypten besprochen wird, entsteht oft das Bild von hunderttausenden ausgepeitschten Sklaven, die unter unmenschlichen Bedingungen die riesigen Steinblöcke für den Pharao ziehen mussten. Archäologische Ausgrabungen der Überreste von Arbeiterdörfern in Gizeh haben gezeigt, dass die Pyramidenbauer keine Sklaven waren. Es handelte sich um gut angesehene, heimatliche Handwerker und Bauern. Sie wurden in Schichten eingeteilt, bekamen Lohn, wurden sehr gut ernährt (oft besser als der Durchschnittsägypter). Viele Bauern arbeiteten an den Pyramiden in der Zeit der Nilflut, wenn sie ihre Felder ohnehin nicht bestellen konnten.
Sklaverei war in der gesamten Menschheitsgeschichte jedoch überall vorhanden, der Sklavenhandel wurde jedoch durch Großbritannien 1807 verboten, 1833 die Sklaverei im gesamten Empire. Davon erfahren die Kinder meist wenig, in diesem Teil der Geschichte hat man sogar den Eindruck die Europäer hätten die Sklaverei erfunden.
Christopher Kolumbus
Im Zusammenhang mit Kolumbus (neben der Tatsache, dass Leif Eriksson rund 500 Jahre vor ihm in Amerika war) wird oft gelehrt, er sei losgesegelt, um zu beweisen, dass die Erde eine Kugel ist, während seine Widersacher glaubten, er würde über den Rand der Welt fallen. Die Kugelgestalt der Erde war unter Gelehrten, Seefahrern und Herrschern 1492 längst unumstrittenes Allgemeinwissen. Der eigentliche Streit zwischen Kolumbus und den Gelehrten des spanischen Hofes drehte sich nicht um die Form der Erde, sondern um ihren Umfang. Kolumbus hatte sich schlichtweg spektakulär verrechnet: Er schätzte den Erdumfang viel zu klein ein. Die spanischen Gelehrten wussten, dass der Weg nach Asien über den Ozean für eine Schiffsreise viel zu weit war (sie hatten recht!). Kolumbus hatte nur das unglaubliche "Glück", dass auf seinem (vermeintlichen) Weg nach Asien plötzlich ein ihm unbekannter Kontinent im Weg lag, sonst wären er und seine Crew auf dem offenen Meer jämmerlich verhungert.
Krieg von 1870/71
Am 19. Juli 1870 erklärte die französische Regierung unter Kaiser Napoleon III. dem Königreich Preußen den Krieg. Unmittelbar danach überschritten französische Truppen die Grenze. In der Schule wird einem etwas von einer Emser Depesche erzählt und das ja alles die Schuld Preußens und Bismarks gewesen sei.
Hier wird sehr viel dafür getan um Preußen die Schuld an diesem Krieg zu geben, Geschichte wird umgeschrieben.
Und das kratzt gerade einmal an der Oberfläche! Über Wirtschaftsgeschichte sollten wir da lieber nicht reden.
Formulieren wir es lieber diplomatisch: Wenn es um Wirtschaft geht, schlägt das Herz von Pädagogen nicht selten für die sanfte Umarmung durch den Staat, für sozialistische Träumereien oder gar für den ein oder anderen kommunistischen Nostalgie-Moment.
Wer die Gegenwart kontrolliert...
Manchmal geschieht es aus reiner Unwissenheit, oft jedoch dienen Erzählungen dazu, gezielt Narrative zu konstruieren. Auch in der ARD-Krimireihe „Tatort“ werden Handlungen ganz bewusst so gestaltet, um im Bewusstsein des Publikums ein bestimmtes gesellschaftliches Bild zu verankern.
Es gibt eine klare Tätergruppe, die im Tatort am häufigsten mordet: Unternehmer, Manager und Selbstständige. Sie tun dies häufig aus Geldgier, Egoismus oder um Korruption zu vertuschen. In der Realität gehören Unternehmer, Manager und Selbstständige zu den Gruppen, die am seltensten Gewaltdelikte oder Morde begehen. Filmemacher sind wie Pädagogen oft Sozialisten, sie nutzen die Zwangsgelder von ARD und ZDF um Kritik an freier Marktwirtschaft, angeblicher Unternehmer-Gier und sozialer Ungerechtigkeit zu üben.
Im Tatort sind jedoch Menschen mit Migrationshintergrund, Ausländer oder Flüchtlinge als Mörder stark unterrepräsentiert, während sie in den realen Statistiken überrepräsentiert sind. Figuren ohne deutschen Pass oder Geflüchtete werden im „Tatort“ oft als Opfer dargestellt – etwa von Rassismus, ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen, Menschenhandel oder Vorurteilen. Die Täter sind immer die bösen deutschen Unternehmer und Manager.
In der echten Polizeilichen Kriminalstatistik des BKA ergibt sich ein anderes Bild. Hier werden Tötungsdelikte und schwere Gewalttaten überproportional häufig von Menschen ohne deutschen Pass begangen.
Mit schnöder Realität hält man sich in diesen Kreisen gar nicht erst auf – es geht schließlich um Haltung! In den Sendeanstalten des ÖRR schaut die selbsternannte intellektuelle Elite auf den hart arbeitenden Teil der Gesellschaft herab. Man schätzt diese Unternehmer und Arbeiter zwar sehr – also ihr Geld, das sie pünktlich als Zwangsgebühr abdrücken müssen.
Wer wie unsere intellektuelle Elite den ganzen Tag so hart denken muss, hat sich das Geld der anderen quasi verdient.
Um so mehr freut es mich wenn der wirtschaftliche Niedergang vor allem diese Leute trifft, in Stuttgart z.B. demonstrieren die Kapitalismuskritiker schon gegen die Kürzungen bei Kultur, Bildung und Soziales. Wenn ihre Leistung so wichtig ist, warum bieten diese Leute diese nicht einfach am freien Markt an? Warum müssen sich diese Schmarotzer durch Staatsgewalt ihr Geld eintreiben lassen?
In Zukunft wir hoffentlich noch viel, viel mehr gekürzt, ich freu mich drauf!

