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Zensur & Identitätsprüfungen

Vorwände werden genutzt, um Identitätsprüfungen für den Zugang zum Internet zu erzwingen. Das bedeutet das geplante Ende der Online-Anonymität und ist damit eine Form der Zensur. Hier erfährst du zunächst, wie die Lage ist, und dann, wie du dich ihr rechtmäßig entziehen kannst.

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July 22, 2026 · 3 min read


<p class="part-num"> TEIL 07 · ZENSUR · DIGITALE IDENTITÄT · <span class="lvl lvl-2">🟡</span> </p>

Zensur & Identitätsprüfungen#

Derselbe Vorwand („Minderjährige schützen“) wird genutzt, um Identitätsprüfungen für den Zugang zum Internet zu erzwingen. Das bedeutet das geplante Ende der Online-Anonymität und ist damit eine Form der Zensur. Hier erfährst du zunächst, wie die Lage ist, und dann, wie du dich ihr rechtmäßig entziehen kannst.

Aktueller Stand (2025–2026)

  • Frankreich. Das SREN-Gesetz (Mai 2024) beauftragt die Regulierungsbehörde Arcom mit der Altersverifikation; seit April 2025 müssen betroffene Websites sie umsetzen. Ein Dekret, das Altersprüfungen vorschreibt, wurde am 15. Juli 2025 vom Conseil d'État bestätigt. Am 26. Januar 2026 verabschiedete die Nationalversammlung zudem einen Gesetzentwurf, der unter 15-Jährigen soziale Medien verbietet – was bedeutet, das Alter und damit die Identität aller zu überprüfen.
  • Vereinigtes Königreich. Seit dem 25. Juli 2025 verlangt der Online Safety Act eine „hochwirksame“ Altersverifikation (Ausweis, Kreditkarte, Gesichtsaltersschätzung). Die unmittelbare Folge: Innerhalb weniger Stunden stiegen die VPN-Anmeldungen um mehr als 1.400 %. Anfang 2026 debattierte das House of Lords sogar über eine Altersgrenze für die VPN-Nutzung selbst.
  • EU. Die Kommission stellte im April 2025 eine App zur Altersverifikation vor, die in fünf Ländern erprobt wird. Sie soll an die europäische digitale Identitäts-Wallet (EUDI-Wallet, eIDAS 2) angebunden werden, die jeder Staat bis Ende 2026 anbieten muss. EFF und EDRi warnen: Der „Zero-Knowledge“-Nachweis ist nur optional, und es entsteht eine Infrastruktur für Online-Identitäten, die weit über den Kinderschutz hinausgeht.

Rechtmäßig umgehen

Die Gegenmaßnahme beruht auf einer Idee: Nutze eine IP-Adresse in einem Land, das solche Prüfungen nicht vorschreibt, und beschaffe dir die nötigen Werkzeuge anonym – auch falls sie eines Tages blockiert werden.

  • Ein VPN im Ausland. Verbinde dich mit einem Server außerhalb des filternden Landes (idealerweise außerhalb der EU und der „14 Eyes“) und achte auf eine geprüfte No-Log-Richtlinie. So erhältst du wieder Zugang zu Netzwerken, die einen Identitätsnachweis verlangen.
  • Anonyme Zahlung. Bezahle das VPN mit Kryptowährung oder Bargeld (Mullvad, IVPN und Proton akzeptieren dies). Entscheidend: Sollten VPNs jemals „verboten“ werden, könnten Zahlungsdienstleister Kartenzahlungen ablehnen; dann blieben nur Bargeld und Kryptowährungen.
  • Tor, um ein blockiertes VPN zu beziehen. Wenn die Website des Anbieters aus deinem Land nicht mehr erreichbar ist, lade den Client über den Tor Browser (oder eine .onion-Adresse) herunter. Nach der Installation ist das VPN für den täglichen Gebrauch deutlich schneller.
  • Land deines App-Stores wechseln. Mit einem Apple-/Google-Konto, das auf ein anderes Land eingestellt ist, werden Apps wieder verfügbar, die aus deinem lokalen Store entfernt wurden.

<div class="box warn"> <span class="lab">Die Rechtslage ändert sich – prüfe sie</span> <p> Das Umgehen einer geografischen Beschränkung ist in den meisten europäischen Ländern legal, doch die Lage verändert sich schnell: Utah (USA) hat die Umgehung per VPN unter Strafe gestellt, und das britische Oberhaus erwägt VPN-Beschränkungen. Prüfe die Rechtslage deines Landes, bevor du dich auf eine Methode verlässt. In diesem Leitfaden geht es um den Schutz der Privatsphäre, nicht darum, eine Straftat zu verbergen. </p> </div>

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"Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht!" Rosa Luxemburg

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