
1. Einleitung
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In Teil 4 der Serie #UnplugBigTech haben wir E-Mail vom Werbe-Ökosystem entkoppelt. Das war wichtig, weil an E-Mail fast alles hängt: Logins, Passwort-Resets, Verträge, Tickets und Behördenpost.
Als Nächstes geht es um die Cloud. Denn auch hier sammeln sich viele private Daten: Dateien, Fotos, Backups, Kontakte, Kalender und Notizen. Wer dafür Google Drive, OneDrive oder iCloud nutzt, sperrt sich in ein komplettes Ökosystem. Konten und Geräte werden zwar von selbst miteinander verknüpft und sorgen für Komfort. Aber der Preis ist die Auswertung von Metadaten, Dateinamen, Zugriffsmustern und Nutzungsverhalten.
Ziel dieses Teils: Ein zentraler Ablageort, der unabhängig von Big-Tech-Monopolen ist – und trotzdem im Alltag funktioniert. Wir mieten dafür für ein paar Euro eine Nextcloud: Dann müssen wir uns nicht um Betrieb und Updates kümmern und haben ganz bequem eine eigene Cloud.
Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie:
- #UnplugBigTech: Dein Fahrplan für ein freieres digitales Leben – Teil 1
- #UnplugBigTech: Werbe- und Tracking-Blocker – Teil 2
- #UnplugBigTech: Schluss mit Chrome & Edge – Teil 3
- #UnplugBigTech: E-Mail ohne Werbe-Ökosystem – Teil 4
- #UnplugBigTech: Eigene Nextcloud statt Google Drive & Co. – Teil 5
2. Aufbau der Anleitung#
Diese Reihe ist für Einsteiger. Deshalb halten wir es bewusst simpel: Keine Fachbegriffs-Parade, keine endlosen Spezialfälle. Wer es eilig hat, findet gleich am Anfang jedes Kapitels unter »Für ganz Eilige« eine kurze Checkliste mit allen Schritten. Danach kommt der Erklärungsteil: Kurz genug, um nicht zu erschlagen – aber so, dass du verstehst, was du da einstellst.
Damit du dich direkt orientieren kannst, steht am Anfang jedes Kapitels außerdem kurz dabei, für welche Geräte die Schritte gedacht sind – denn manchmal unterscheiden sich Desktop (Windows, macOS, Linux) und Smartphone (Android/iOS). Schau also kurz auf die Überschrift bzw. den »Für ganz Eilige«-Kasten: Dort siehst du sofort, ob du gerade die Anleitung für Desktop, Android oder iOS vor dir hast – und was du dafür brauchst.
3. Problemanalyse#
Eine Cloud ist eigentlich ja nur ein fremder Rechner, auf dem deine Dateien liegen – und zu dem du übers Internet Zugriff bekommst. Aber im Hintergrund läuft dort oft eine Analysesoftware: Die zeichnet auf, zu welchem Zeitpunkt du etwas hochlädst, von welchen Geräten du zugreifst, wie oft synchronisiert wird, wie groß Datenmengen sind und wie lange Freigabe-Links genutzt werden. Selbst wenn niemand deine Dateien aktiv »liest«, entstehen so sehr aussagekräftige Metadaten.
Dazu kommt die Bindung ans Ökosystem: Bei vielen ist die Cloud direkt ans Konto gekoppelt – mit Fotos, Backups, Kontakten, Kalender und Anmeldungen bei Apps und Diensten (bspw. »Mit Google anmelden«) Das ist bequem, macht einen Wechsel aber schwer. Wenn deine Dateien und Backups bei Google/Microsoft/Apple liegen, bist du am Ende oft auch an diesen Anbieter gebunden.
Und hier liegt der Knackpunkt: Bei Big Tech ist die Cloud selten ein neutraler Speicher, sondern ein Baustein im Gesamtpaket – und damit oft Teil eines Werbe- und Daten-Ökosystems. Das heißt nicht, dass jemand deine Dateien manuell liest. Aber es bedeutet: Nutzung und Kontext werden systematisch erfasst und mit anderen Diensten verknüpft – weil genau daraus bei diesen Konzernen am Ende ein Geschäftsmodell entsteht, aus dem du nicht so leicht entkommst.
Der Ausweg ist nicht »gar keine Cloud«, sondern eine Cloud, die du bewusst wählst. Statt Google Drive/OneDrive/iCloud nutzt du einen Dienst wie Nextcloud bei einem EU-Anbieter. So bleiben die Funktionen (Speichern, Synchronisieren, Teilen) erhalten – aber du hängst nicht mehr automatisch am Big-Tech-Ökosystem.
4. Nextcloud#
Für ganz Eilige#

- Anbieter wählen: Nimm eine Managed Nextcloud bei einem seriösen, kostenpflichtigen Anbieter (idealerweise Deutschland/EU). Zwei bekannte Optionen sind Hetzner Storage Share oder IONOS Managed Nextcloud.
- Alltag am PC: Installiere den Nextcloud Desktop-Client und verbinde ihn mit deiner Cloud. Das Prinzip ist simpel: Alles, was du in deinen Nextcloud-Ordner am PC legst, wird automatisch in die Cloud synchronisiert.
- Alltag am Smartphone: Installiere die Nextcloud-App für Android (Play Store, F-Droid) oder iOS, melde dich an und mach einen kurzen Test: Datei am PC in den Nextcloud-Ordner legen und am Handy in der App öffnen. Wenn du willst, aktivierst du danach den Foto-Upload.
- Konto absichern: Setze ein starkes, zufälliges Passwort (am besten mit Passwort-Manager) und aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Die Speicherung der Backup-Codes ist Pflicht, damit du im Notfall wieder reinkommst.
- Umzug ohne Chaos: Lass die alte Cloud erstmal parallel laufen und kopiere zunächst nur die wichtigsten Ordner. Freigaben baust du in Nextcloud bewusst neu auf – bei Links immer mit Passwort und Ablaufdatum.
4.1 Erläuterung#
Nextcloud ist eine Open-Source-Cloud, die du selbst betreiben oder als Managed Service nutzen kannst. Du bekommst damit eine zentrale Oberfläche für Dateien und (wenn du willst) auch für Kalender, Kontakte, Aufgaben, Notizen und weitere Funktionen. Der wichtigste Punkt für #UnplugBigTech: Du entkoppelst deinen Cloud-Alltag von Google/Microsoft/Apple – und kannst trotzdem synchronisieren, teilen und mobil arbeiten.
Realitätscheck: Nextcloud ist keine »Zauber-Privacy-Cloud«. Wenn du einen Anbieter nutzt, der Nextcloud für dich betreibt, musst du ihm für den Betrieb grundsätzlich vertrauen. Deshalb ist die Anbieterwahl wichtig. Für sehr sensible Dateien gilt außerdem: Lege sie entweder gar nicht in die Cloud oder speichere sie nur in einem zusätzlich geschützten Ordner, den du selbst auf deinem Gerät verschlüsselst. Das ist optional und kommt später – für den Einstieg reicht die normale Nutzung völlig aus.
4.2 Managed Service vs. Self-Hosting#
Für Einsteiger ist ein Managed Service der pragmatische Weg: Du mietest Nextcloud bei einem Anbieter wie Hetzner (Storage Share), der den technischen Betrieb übernimmt. Das heißt: Der Anbieter kümmert sich um den Server, spielt Updates ein, sorgt für die Erreichbarkeit und behebt typische Probleme. Du meldest dich an und nutzt Nextcloud wie einen ganz normalen Dienst: Dateien hochladen, am PC synchronisieren, am Smartphone unterwegs zugreifen – fertig. Der Unterschied zu Google Drive/OneDrive/iCloud ist vor allem: Du bist nicht automatisch in einem Big-Tech-Ökosystem mit Konto-Zwang und Daten-Verknüpfung gefangen.
Self-Hosting bedeutet: Du betreibst Nextcloud selbst, auf einem eigenen Server (zu Hause oder gemietet). Das gibt dir mehr Kontrolle, ist aber auch mehr Arbeit. Du bist dann verantwortlich für Updates, Absicherung, Backups, Überwachung und Fehlerbehebung. Das kann Spaß machen, ist aber nichts, was man »nebenbei« mitlaufen lassen sollte – und für Einsteiger in der Regel nicht der richtige Weg.
4.3 Anbieterwahl#
Nimm einen seriösen, kostenpflichtigen Nextcloud-Anbieter (ideal: Deutschland/EU) statt irgendeiner »Gratis-Cloud«. Bei Managed Nextcloud kümmert sich der Anbieter um Betrieb und Updates – du nutzt die Cloud einfach, ohne selbst einen Server betreiben zu müssen. Zwei bekannte Optionen sind Hetzner Storage Share und IONOS Managed Nextcloud. Aber auch kleinere Anbieter wie Wolkesicher sind einen Blick wert.
Wenn du trotzdem selbst vergleichen willst, achte auf diese Punkte:
- Sitz in Deutschland/EU: Dann ist meist klarer, wer zuständig ist und nach welchem Recht der Dienst läuft.
- »Managed« heißt: Der Anbieter kümmert sich um den Betrieb. Also nicht nur Speicherplatz anbieten, sondern Updates einspielen, den Dienst am Laufen halten und im Problemfall helfen.
- Sicherer Zugriff: Du solltest dich nur über eine verschlüsselte Verbindung anmelden (https:// in der Adressleiste des Browsers). Das ist Pflicht.
- Login absichern: Du solltest eine Zwei-Faktor-Absicherung einschalten können (Code aus einer Authenticator-App) und dir Backup-Codes speichern können, falls das Smartphone mal weg ist.
- Backups: Schau nach, ob der Anbieter Sicherungen macht. Wichtig ist: Wie oft wird gesichert, wie lange werden Sicherungen aufgehoben und wie bekommst du Daten zurück, wenn etwas schiefgeht?
- Umzug möglich: Du solltest deine Daten jederzeit wieder mitnehmen können. Einfach gesagt: Gibt es normale Zugriffsmöglichkeiten (App/Desktop-Client/WebDAV) und einen einfachen Export/Download?
- Verständliche Infos und Support: Es sollte klar sein, wer den Dienst betreibt, welche Daten anfallen und wie du den Support erreichst, wenn du Hilfe brauchst.
Hinweis#
Ein Teil davon ist bewusst etwas technisch. Wenn du damit nichts anfangen kannst, ist das völlig normal – dann nimm einfach einen etablierten Managed-Anbieter (bspw. Hetzner Storage Share oder IONOS Managed Nextcloud). Wechseln kannst du später immer noch.
4.4 Einrichtung im Alltag [Desktop und Smartphone]#
Du hast dir jetzt bei einem Anbieter eine Nextcloud geklickt und kannst dich einloggen. Ab hier geht es nur noch darum, sie so einzurichten, dass sie sich im Alltag wie ein ganz »normaler Ordner« anfühlt – nur eben auf allen Geräten.
Als erstes meldest du dich einmal im Browser an. Nicht, um dort ständig zu arbeiten, sondern um ein Gefühl zu bekommen: Wo liegen die Dateien, wo kann man Ordner anlegen, wo findet man Einstellungen. Für den Start reicht der Datei-Manager in der Nextcloud völlig aus. Leg dir darin ein paar einfache Ordner an, damit nicht sofort Chaos entsteht. Mehr brauchst du am Anfang nicht – zum Beispiel »Dokumente«, »Fotos«, »Scans« und »Geteilt«. Das ist keine perfekte Ordnung, aber es gibt dir sofort einen Platz für die wichtigsten Dinge.
Der wichtigste Schritt für den Alltag ist dann der Desktop-Client. Denn erst damit wird Nextcloud bequem: Du installierst den Nextcloud-Client auf deinem PC (Windows/macOS/Linux), meldest dich einmal an und wählst einen lokalen Ordner aus – oft heißt der dann einfach »Nextcloud«. Ab diesem Moment funktioniert es wie folgt: Du ziehst Dateien in diesen Ordner, speicherst dort Dokumente ab oder legst Unterordner an. Der Client erledigt den Rest im Hintergrund. Was du am PC in den Nextcloud-Ordner legst, landet automatisch in der Cloud. Und was du in der Cloud änderst, taucht automatisch wieder auf dem PC auf. Du musst also nicht jedes Mal ins Webportal, um Dateien hoch- oder runterzuladen.
Auf dem Smartphone installierst du anschließend die Nextcloud-App für Android (Play Store, F-Droid) oder iOS. Die App ist vor allem dafür da, unterwegs auf Dateien zuzugreifen, schnell mal ein Dokument hochzuladen oder etwas zu teilen – im Prinzip wie bei Google Drive. Damit du siehst, dass alles wirklich funktioniert, mach einen kurzen Test: Leg am PC eine Datei in den Nextcloud-Ordner, warte einen Moment, und schau dann in der Smartphone-App nach, ob sie dort auftaucht.
Wenn du möchtest, kannst du in der Smartphone-App später auch den automatischen Foto-Upload aktivieren. Das sorgt dafür, dass neue Fotos vom Smartphone automatisch in einen Ordner in deiner Nextcloud kopiert werden. Für viele von euch dürfte das der erste spürbare Nutzen sein: Fotos sind gesichert, ohne dass man daran denken muss. Aber du musst das nicht sofort einschalten – es reicht, wenn die Basis steht und du dich erstmal daran gewöhnst, dass deine Dateien jetzt in einem Nextcloud-Ordner landen statt in der Standard-Cloud.
4.5 Sicherheit: Drei einfache Regeln für den Alltag#
Bei einer Cloud geht es nicht nur um Komfort, sondern auch darum, wer an dein Konto und deine Dateien kommt. Mit drei einfachen Regeln reduzierst du die typischen Alltagsrisiken deutlich – ohne viel Aufwand:
- Starkes Passwort setzen: Nimm ein langes, zufälliges Passwort für dein Nextcloud-Konto. Speichere es in einem Passwort-Manager, damit du es nicht tippen oder merken musst. Wichtig: Dieses Passwort nur für Nextcloud benutzen, nicht für andere Konten.
- Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) einschalten: In Nextcloud in
Einstellungen -> Sicherheitgehen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. QR-Code mit einer Authenticator-App scannen. Den angezeigten Code einmal eingeben – fertig. Wichtig: Nextcloud bietet dir danach Backup-Codes an. Die brauchst du, wenn das Smartphone weg ist oder kaputt geht. Speichere die Backup-Codesr im Passwort-Manager. - Dateifreigaben: Freigaben sind praktisch, aber hier passieren die meisten Fehler. Grundregel: Wenn möglich, teile intern an einen Benutzer oder eine Gruppe statt einen öffentlichen Link zu erzeugen. Musst du einen Link nutzen, setz immer ein Passwort und ein Ablaufdatum, damit der Zugriff nicht dauerhaft offen bleibt. Und gib nur so viel Rechte wie nötig: »Nur Lesen« für Dokumente, die nur angesehen werden sollen, und »Nur Upload« (File-Drop), wenn jemand dir nur eine Datei ablegen soll.
5. Umzug: Schritt für Schritt, ohne Chaos#
Der Umzug scheitert selten an der Technik, sondern daran, dass man zu schnell zu viel auf einmal macht. Darum gehst du entspannt vor und lässt die alte Cloud erstmal in Ruhe weiterlaufen. Am besten so:
- Zuerst testen: Lege am PC eine Testdatei in deinen Nextcloud-Ordner, warte kurz bis sie synchronisiert ist und öffne sie dann am Smartphone in der Nextcloud-App. Wenn das klappt, steht die Basis.
- Parallel laufen lassen: Lösche nichts und kündige nichts. Lass die alte Cloud (Google Drive/OneDrive/iCloud/Dropbox) erstmal aktiv und kopiere deine Daten nach und nach in die Nextcloud. So hast du einen Rückfallpunkt, falls etwas fehlt.
- Wichtiges zuerst: Starte mit Dokumenten, Scans, Verträgen und optional Fotos. Danach kommt der Rest. So hast du schnell das Wesentliche an der richtigen Stelle und merkst früh, ob Speicherplatz und Sync für deinen Alltag passen.
- Freigaben neu aufbauen: Teile nicht einfach alte Drive-/OneDrive-/iCloud-Links weiter. Ersetze sie in Nextcloud bewusst und setze bei Links direkt Passwort und Ablaufdatum, damit nichts dauerhaft offen bleibt.
Gerätesicherung ist etwas anderes als Datei-Cloud#
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Datei-Cloud und Gerätesicherung. Nextcloud kann sehr gut Dateien, Fotos, Scans, Dokumente, Kontakte und Kalender übernehmen. Was Nextcloud aber nicht einfach ersetzt, ist das vollständige Smartphone-Backup.
Auf Android hängen viele Gerätesicherungen an Google, auf dem iPhone an iCloud. Dazu gehören je nach System und App Einstellungen, App-Daten, WLAN-Zugänge, Gerätekonfigurationen und Wiederherstellungsfunktionen. Diese Bereiche lassen sich nicht mal eben sauber in eine Nextcloud verschieben. Wer hier zu abrupt abschaltet, riskiert im Ernstfall Datenverlust oder eine deutlich unbequemere Wiederherstellung.
Pragmatisch heißt das: Zieh zuerst die Daten aus der Big-Tech-Cloud heraus, die du wirklich kontrollieren kannst. Also Dateien in die Nextcloud, Fotos per Nextcloud-App sichern, Kontakte und Kalender später gezielt umstellen oder exportieren. Die eigentliche Gerätesicherung behandelst du separat. Dort musst du abwägen: Komfort und einfache Wiederherstellung über Google/iCloud – oder weniger Abhängigkeit, dafür mehr Handarbeit und weniger Automatismus.
Für diesen Teil der Reihe reicht deshalb: Nextcloud ersetzt nicht dein komplettes Smartphone-Backup. Sie ist der erste realistische Schritt, um deine wichtigsten Alltagsdaten aus Google Drive, OneDrive oder iCloud herauszulösen. Die System- und Gerätesicherung bleibt ein eigenes Thema.
Lass das Ganze ein paar Wochen parallel laufen. Beobachte dabei, welche Daten inzwischen zuverlässig in der Nextcloud landen und welche Funktionen noch an der alten Cloud hängen. Gerade auf Smartphones ist wichtig: Google Drive, OneDrive oder iCloud sind oft nicht nur Dateiablage, sondern auch Teil der Gerätesicherung, Fotoverwaltung, App-Synchronisation oder Kontowiederherstellung.
Wenn deine wichtigsten Dateien, Dokumente, Scans und optional Fotos sauber in der Nextcloud angekommen sind, kannst du in der alten Cloud aufräumen:
- Alte Freigaben schließen
- Nicht mehr benötigte Dateien löschen oder reduzieren
- Öffentliche Links entfernen
- Ordnerstruktur prüfen
- Das alte Konto nur noch als Archiv stehen lassen
Eine Kündigung oder vollständige Abschaltung solltest du erst dann in Betracht ziehen, wenn du sicher bist, dass daran keine wichtigen Gerätefunktionen, Backups, App-Daten oder Wiederherstellungswege mehr hängen. Nextcloud ersetzt die klassische Datei-Cloud sehr gut, aber nicht automatisch die komplette Gerätesicherung eines Smartphones.
So vermeidest du Datenverlust und bekommst trotzdem Schritt für Schritt mehr Kontrolle über die Daten, die du realistisch aus dem Big-Tech-Ökosystem herauslösen kannst.
6. Bei Fragen Hilfe erhalten
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Du musst das übrigens nicht allein machen. Zu jedem Thema gibt es im Forum die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu teilen und konkrete Hilfe zu bekommen – egal ob du bei einem Begriff hängenbleibst, bei einer Einstellung unsicher bist oder einfach wissen willst, was für deinen Alltag am sinnvollsten ist. Oft ist genau das der Unterschied zwischen »klingt gut« und »hab ich umgesetzt«: Jemand, der einmal kurz mitdenkt, eine Empfehlung einordnet oder einen pragmatischen Weg zeigt.
7. Für Fortgeschrittene#
Nextcloud kann deutlich mehr als »Dateien ablegen«. Du kannst damit je nach Bedarf auch Fotos sichern und teilen, Kalender und Kontakte synchronisieren, RSS-Feeds lesen, Musik streamen oder sensible Ordner mit zusätzlicher Verschlüsselung in die Cloud integrieren. Das sind aber so viele Anwendungsfälle, dass man sie nicht sinnvoll in einen einzigen Artikel packen kann, ohne Einsteiger zu erschlagen.
Der Weg in diesem Beitrag ist deshalb absichtlich schlicht: Managed Nextcloud wählen, Desktop-Client und App einrichten, Umzug Schritt für Schritt erledigen. Wenn du später mehr machen willst als »Dateien + Sync«, findest du dazu eine eigene, ausführliche Artikelserie mit konkreten Alltagsszenarien – Schritt für Schritt:
- Mit der Nextcloud in die digitale Unabhängigkeit – Nextcloud Teil 1
- Verschlüsselung der Nextcloud: Eine grundlegende Entscheidung – Nextcloud Teil 2
- Nextcloud nutzen: Grundfunktionen, Apps und Schutzmechanismen – Nextcloud Teil 3
- RSS-Feeds mit der Nextcloud News App – Nextcloud Teil 4
- MP3-Streaming unterwegs mit der Nextcloud-Music-App – Nextcloud Teil 5
- Push-Benachrichtigungen für Android via UnifiedPush (NextPush) – Nextcloud Teil 6
- Fotos verwalten und teilen mit Nextcloud-Memories – Nextcloud Teil 7
- Sensible Daten schützen mit Cryptomator – Nextcloud Teil 8
8. Fazit#
Deine Cloud ist der Ort, an dem im Alltag vieles zusammenläuft: Dateien, Fotos und – je nach Bedarf – auch Kontakte, Kalender und weitere Dinge. Mit Nextcloud ziehst du das aus der Standard-Cloud von Google, Microsoft oder Apple raus und legst es bewusst in eine Lösung, die du selbst auswählst. Im Alltag ist das Ziel simpel: Dateien so ablegen, dass sie auf allen Geräten verfügbar sind. Alles darüber hinaus ist optional. Kontakte und Kalender können später dazukommen, brauchen aber etwas mehr Einrichtung. Du kannst also klein anfangen (Dateien + Sync) und erst erweitern, wenn die Basis stabil läuft.
Im nächsten Teil geht es um Messenger. Das ist oft der Schritt, den man am stärksten im Alltag merkt, weil Messenger ständig im Hintergrund laufen: Kontakte, Gruppen, Zeitpunkte, wer mit wem kommuniziert, von welchem Gerät aus. Genau dieser Metadaten-Rattenschwanz ist bei vielen Diensten das eigentliche Problem – nicht nur der Inhalt der Nachrichten. Wir schauen uns deshalb an, wie du bei Messengern mehr Kontrolle bekommst, welche Alternativen sinnvoll sind und wie du umsteigst, ohne dass du dich komplett von deinem Umfeld abschneidest.
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