Liebe Familie, liebe Freunde

Ein Brief an alle, die noch keine Bitcoin besitzen **Von Gigi · Original vom 27. April 2020**

überarbeitete deutsche Textfassung, erstellt am 5. November 2026. Grundlage: „Dear Family, Dear Friends“ auf der Website des Autors. Die bisherige deutsche Übersetzung von Ge3onimo und Fab The Fox bei Aprycot Media war Ausgangspunkt. 

*Hinweis: Zeitangaben, Kurse, Marktwerte geben die historische Perspektive des Autors aus dem Jahr 2020 wieder. *

Ich schreibe diesen Brief, weil ich von zwei Dingen überzeugt bin: Erstens ist unser heutiges Geld grundlegend kaputt. Zweitens wird die Verwendung eines besseren Geldes langfristig dir persönlich und der Gesellschaft insgesamt zugutekommen.

Geld ist ein heikles Thema. Die meisten Menschen sprechen ungern darüber: entweder, weil sie wenig davon haben und sich schämen, oder weil sie viel davon haben und Angst verspüren. Noch weniger Menschen verstehen das Wesen unseres Geldes. Das ist ziemlich erschreckend, denn schließlich ist Geld ein wesentliches Werkzeug unserer Zivilisation.

Die Welt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert, und mit ihr die Welt des Geldes. Ich fürchte allerdings, dass sich unser Währungssystem in seinem Kern nicht zum Besseren entwickelt hat. Schon die Tatsache, dass Regierungen weltweit Billionen – mit einem B – von Dollar aus dem Nichts erschaffen, zeigt, wie weit sich unser Währungssystem von der Realität entfernt hat.

Ich hoffe, dass dieser Brief den Grundstein für eine bessere Zukunft legt: für dich persönlich und für uns alle. Ich schreibe dir auch, weil ich mir Sorgen darüber mache, was uns noch bevorsteht. Trotzdem bin ich zuversichtlich. Denn dieses Mal haben wir einen Ausweg. Wir haben einen Plan B.

Plan B#

Wahrscheinlich hast du inzwischen von Bitcoin gehört. Der Name ist weithin bekannt. Große Nachrichtenmedien und Fernsehsender berichten regelmäßig darüber – ja, CNBC, du bist gemeint. Auch in der Popkultur taucht Bitcoin auf: bei den Simpsons, in Mr. Robot, Silicon Valley, The Big Bang Theory, Grey’s Anatomy, Family Guy und noch einmal bei den Simpsons.

Was auch immer du über Bitcoin weißt oder zu wissen glaubst: Dahinter steckt mehr, als auf den ersten Blick erkennbar ist.

Bitcoin: Es ist die Zukunft des Geldes. · Bildquelle: Originalartikel

Obwohl die großen Medien bereits häufig über Bitcoin berichtet haben, wird nach wie vor weithin missverstanden, was Bitcoin ist und welche Rolle es in der Welt spielen wird. Doch auch die vorherrschende Darstellung beginnt sich zu verändern. Dazu tragen die zunehmend rücksichtslosen geldpolitischen Eingriffe der US-Notenbank und vergleichbarer Institutionen bei. Bitcoin steht nicht länger nur für Kriminalität und Darknet-Geld.

Stattdessen wird Bitcoin zunehmend mit gesundem Geld verbunden: mit einer Absicherung gegen das bestehende System, einem Votum für Freiheit und einem anderen Paradigma.

Wenn du diesen Brief liest und noch keine Bitcoin besitzt, solltest du vielleicht darüber nachdenken, dir welche zuzulegen. Noch nie war es so einfach, einige Satoshis – kurz Sats, winzige Bruchteile eines Bitcoin – zu erwerben und frühzeitig das globale Geld der Zukunft zu nutzen.

Eine Vorwarnung: Ich werde hier nicht erklären, wie Bitcoin funktioniert. Ich werde weder seine faszinierende Geschichte noch seinen geheimnisvollen Erfinder vorstellen. Auch auf seine bemerkenswerte Konstruktion, die Kryptografie und die Spieltheorie dahinter werde ich nicht eingehen. Ebenso wenig werde ich Wirtschaftstheorien, Geldeigenschaften oder die Geschichte des Geldes behandeln. Dafür gibt es zahlreiche Informationsquellen. Dies soll schließlich ein Brief werden, kein Buch.

Weil du mir am Herzen liegst, werde ich dir aber eines immer wieder sagen: Beginne so bald wie möglich damit, Satoshis anzusparen.

Fang noch heute an, Satoshis anzusparen#

Vielleicht denkst du, du seist zu spät dran und der Zug sei bereits abgefahren. Falsch. Du bist noch früh dran. Bitcoin wird seinen Weg fortsetzen, an Größe und Wert gewinnen und die staatlich kontrollierten Fiatwährungen verdrängen, die heute die Welt beherrschen. Woher ich weiß, dass wir noch am Anfang stehen? Die meisten Menschen haben zwar inzwischen von Bitcoin gehört, aber nur sehr wenige besitzen oder verwenden es.

Auch ein Vergleich der Marktkapitalisierung von Bitcoin mit anderen Vermögenswerten und Geldformen zeigt, wie viel Wachstumsspielraum noch besteht.

Zum Zeitpunkt des Schreibens liegt Bitcoins Marktkapitalisierung bei rund 137 Milliarden US-Dollar. Gold kommt insgesamt auf ungefähr 9 Billionen US-Dollar, also etwa das 65-Fache. Der weltweite Immobilienbestand hat einen Wert von 228 Billionen US-Dollar, etwa das 1.664-Fache. Bitcoin könnte einen Teil dieses Wertes – bei Immobilien – oder sogar den gesamten Wert – bei Gold – auf sich vereinen und diesen sowie anderen Vermögenswerten dadurch ihre monetäre Funktion nehmen.

Noch einmal: Wir stehen erst am Anfang.

„Wir sind dabei, die Welt in Sats neu zu bewerten.“ — Bitcoin Tina

Zugegeben: Beim Kaufen und Halten von Bitcoin gibt es einiges zu beachten. Man kann sich leicht selbst schaden oder auf Betrüger hereinfallen. Auch ein endgültiger Verlust des Zugangs zu den eigenen Bitcoin ist möglich. Deshalb die Warnung: Informiere dich und entscheide dich im Zweifel für die vorsichtigere Vorgehensweise.

Leider hatte ich damals keinen „Bitcoin-Typen“, der verstand, was vor sich ging. Mir fehlte dieser eine Freund, der sagte: „Vertrau mir, kauf einfach etwas Bitcoin.“ Oder besser noch: „Vertrau mir, kauf regelmäßig kleine Beträge.“

Für dich möchte ich jetzt dieser Bitcoin-Typ sein. Als Freund würde ich dir sagen: „Fang noch heute an, Satoshis anzusparen.“ Wenn du das bereits tust, gut. Wenn nicht, fang an. So schwierig ist es nicht!

Warum Bitcoin notwendig ist#

Wir als Gesellschaft brauchen Bitcoin mehr, als Bitcoin uns braucht. Geld ist ein unverzichtbares Werkzeug für Zusammenarbeit im großen Maßstab. Es dient als Maßstab, löst das Problem des Tauschhandels und ermöglicht es, Vermögen über Raum und Zeit hinweg zu bewahren. Und das sind nur einige seiner Funktionen. Kurz gesagt: Ohne Geld kann eine komplexe Gesellschaft nicht funktionieren.

Eine Reihe von Finanzkrisen und die jüngsten Ereignisse rund um den Ausbruch eines gewissen Virus haben jedoch deutlich gezeigt, dass unser Geld grundlegend kaputt ist.

„Das grundlegende Problem herkömmlicher Währungen ist das Vertrauen, das nötig ist, damit sie funktionieren. Man muss darauf vertrauen, dass die Zentralbank die Währung nicht entwertet. Doch die Geschichte der Fiatwährungen ist voller Verstöße gegen dieses Vertrauen.“ — Satoshi Nakamoto

Das Virus hat uns nicht nur vor Augen geführt, wie verletzlich menschliches Leben ist. Es hat auch die Anfälligkeit unserer Lieferketten und anderer globaler Systeme offengelegt. Besonders deutlich wurde dabei die Absurdität unseres Finanz- und Währungssystems. Innerhalb weniger Tage gingen wir vom Drucken von Milliarden zum Drucken von Billionen über. Es folgten Vorschläge, Platinmünzen mit einem Nennwert von einer Billion Dollar zu prägen, schließlich unbegrenzte quantitative Lockerung und unbegrenzte Geldbereitstellung.

Ökonomen und Politiker sprechen davon, die Wirtschaft zu retten, Liquidität bereitzustellen, quantitative Lockerung zu betreiben, umgekehrte Rückkaufvereinbarungen abzuschließen und jene zu retten, die zu groß sind, um – schon wieder – zu scheitern. Sie tun alles in ihrer Macht Stehende, um den unvermeidlichen Zusammenbruch hinauszuzögern und die Probleme weiter vor sich herzuschieben.

So anspruchsvoll die Fachsprache klingt, so einfach sind die Folgen: Ein wesentliches Werkzeug unserer Zivilisation wird verbogen und verzerrt. Hyperinflation entsteht, wenn dieses Werkzeug unter dem anhaltenden Druck schließlich zerbricht. Ob es zu Hyperinflation kommt oder nicht: Für den Einzelnen sind die Folgen dieselben. Das ersparte Geld verliert an Wert, seine Kaufkraft sinkt.

Ob dein Geld unter der Matratze oder auf dem Bankkonto liegt, spielt dabei keine Rolle.

„Die Welt ist verrückt geworden, und das System ist kaputt.“ — Ray Dalio

Wie Ray Dalio so treffend erläutert, ist unser schuldenbasiertes Geldsystem seinem Wesen nach kaputt. Bitcoin behebt dieses Problem. Es behebt es, weil es nicht auf Schulden beruht. Weil seine Menge strikt begrenzt ist. Weil es sich nicht beliebig erschaffen lässt. Und weil es keine Zugangswächter und keine zentralen Mächte gibt, die es korrumpieren könnten.

Bitcoin ist das Gegenmittel zur Modern Monetary Theory, kurz MMT. Es ist notwendig, um die aus dem Lot geratene Welt des Fiatgeldes wieder geradezurücken.

Das beste Geld, das wir je hatten#

Bitcoins Geldeigenschaften sind von Grund auf so angelegt, dass sie denen aller anderen Geldformen überlegen sind. Bitcoin ist äußerst leicht übertragbar, absolut knapp, sehr gut teilbar, einfach überprüfbar, beständig, fungibel und außergewöhnlich zensurresistent. Wie ein Freund von mir gern sagt: Bitcoin besteht aus Stücken von Supergold, die in einem unaufhaltsamen PayPal umherfliegen. Es ist das beste Geld, das wir je hatten.

Keine zentrale Instanz verleiht Bitcoin diese Eigenschaften. Sie ergeben sich aus dem System selbst – eine ebenso schöne wie wichtige Tatsache. Bitcoin ist deshalb das Geld der Menschen: von Menschen für Menschen. Niemand kontrolliert es; jeder kann es überprüfen und verwenden.

„Kauf Land. Davon wird nichts mehr hergestellt.“ — Will Rogers

Will Rogers hatte den richtigen Gedanken: Knappheit hat einen Wert. Als Wertspeicher ist Bitcoin Land – und auch Gold – jedoch in vielerlei Hinsicht überlegen. Kein anderer Vermögenswert lässt sich wie von Zauberhand über das Internet oder andere Kommunikationskanäle übertragen. Weil Bitcoin reine Information ist, besitzt es die höchste Wertdichte aller Vermögenswerte. Du könntest Bitcoin im Wert von einer Milliarde Dollar im Kopf mit dir tragen und dein Vermögen selbst dann behalten, wenn man dir alles bis auf das letzte Hemd nimmt.

Über Bitcoin gibt es viele Missverständnisse. Die folgenden gehören wohl zu den verbreitetsten:

  • Bitcoin ist zu teuer.
  • Bitcoin ist veraltete Technologie.
  • Bitcoin ist zu kompliziert.
  • Bitcoin ist riskant und spekulativ.
  • Bitcoin wird durch eine andere Kryptowährung ersetzt.

Gehen wir sie kurz der Reihe nach durch.

Bitcoin ist zu teuer: Im Gegenteil! Lass dich nicht von der Vorstellung täuschen, einen ganzen Bitcoin besitzen zu müssen. Bitcoin ist immer noch sehr günstig. Wenn du anders darüber denkst, bist du allerdings in guter Gesellschaft: Seit seiner Entstehung halten Menschen Bitcoin für zu teuer. Solange deine Perspektive im Fiatgeld verankert bleibt, wird Bitcoin dir immer zu teuer erscheinen.

Bitcoin ist veraltete Technologie: Erstens ist Bitcoin eher eine monetäre als eine technologische Erfindung. Es soll das monetäre Fundament unserer Gesellschaft ersetzen und ist nicht einfach die nächste angesagte Smartphone-App. Zweitens wird Bitcoin in hohem Tempo weiterentwickelt und verbessert. Es ist praktisch unmöglich, mit sämtlichen Entwicklungen Schritt zu halten.

Bitcoin ist zu kompliziert: Zugegeben, Bitcoin ist nicht leicht zu verstehen. Das traditionelle Finanzsystem allerdings auch nicht. Glücklicherweise muss man komplexe Technologien nicht vollständig verstehen, um sie zu benutzen. Andernfalls könntest du vermutlich weder dein Smartphone noch das Internet verwenden oder Auto fahren. Außerdem wird die Nutzung von Bitcoin jeden Tag einfacher. So wie die Nutzung des Internets vor einigen Jahrzehnten durchaus schwierig war, kann auch Bitcoin heute gelegentlich eine Herausforderung sein.

Bitcoin ist riskant und spekulativ: Spekuliere nicht. Bleib bescheiden und spare Satoshis an. Wenn dir das nicht genügt: Wie wäre es mit der Tatsache, dass ein Portfolio aus 5 Prozent Bitcoin und 95 Prozent liquiden Mitteln in Bezug auf Risiko und Rendite in jedem der vergangenen sechs Jahre besser abgeschnitten hat als Aktien? Immer noch zu riskant?

Bitcoin wird durch eine andere Kryptowährung ersetzt: Bitcoin ist der unangefochtene Spitzenreiter und der einzige ernsthafte Anwärter auf digitale Knappheit. Es verfügt über die stärksten Netzwerkeffekte, die höchste Liquidität und eine um viele Größenordnungen höhere Sicherheit. Nichts anderes kommt auch nur annähernd heran. Deshalb möchte ich keine digitale Tinte darauf verschwenden, andere Coins aufzuzählen. Zu Bitcoins Nachahmern sage ich nur: Lass die Finger davon. Auch wenn der Sirenengesang der Shitcoins verlockend ist: Sie werden nicht ohne Grund Shitcoins genannt.

Bitcoin lässt sich nicht kopieren. Es ist eine pfadabhängige Erfindung in einem Umfeld, in dem der Gewinner alles bekommt.

„Es gibt Bitcoin, und dann gibt es Shitcoin.“ — Warren Davidson

Shitcoins sind eine Sackgasse. Schlag diesen Weg nicht ein. Dort erwarten dich nur Schmerz und Kummer.

Warum es besser ist, Satoshis anzusparen#

Zum Zeitpunkt des Schreibens bekommst du für einen US-Dollar 14.488 Satoshis. Für 70 Dollar wirst du zum Satoshi-Millionär. Bitcoin ist teuer. Sats sind günstig.

„Dank Auto-DCA spare ich jeden Tag Sats an.“ · Bildquelle: Originalartikel

Wie bereits erwähnt, ist Bitcoin sehr gut teilbar. Lass dich also nicht von der Größe einer ganzen Einheit täuschen: Es gibt genug Bitcoin für alle. Wer versucht, große Beträge auf einmal zu kaufen, versucht häufig auch, den perfekten Kaufzeitpunkt zu erwischen. Regelmäßig Satoshis anzusparen nimmt diesen psychologischen Druck. Noch besser: Zahlreiche Dienste ermöglichen es, diesen Vorgang zu automatisieren.

Einmal einrichten, dann laufen lassen – und dein Bestand wächst automatisch. Du musst weder den perfekten Zeitpunkt abpassen noch hektisch den Kurs kontrollieren oder dich den Risiken eines Verwahrers aussetzen.

Wir kennen alle das Sprichwort: „Der beste Zeitpunkt, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Der zweitbeste ist jetzt.“ Für das Ansparen von Satoshis gilt dasselbe. Nur gab es Bitcoin vor zwanzig Jahren noch nicht. Es ist inzwischen etwas mehr als elf Jahre alt und erst vor wenigen Jahren ins weltweite Bewusstsein gerückt.

„Der beste Zeitpunkt, Bitcoin zu kaufen, war vor zehn Jahren. Der zweitbeste ist jetzt.“

Worauf ich hinauswill: Mach dir keine Vorwürfe, wenn dein Bitcoin-Anteil bisher bei null Prozent liegt. Es ist nicht zu spät, das zu ändern. Noch einmal: Es ist nicht zu spät. Du bist noch früh dran. Gegenwärtig kannst du anderes Geld noch gegen Bitcoin tauschen. In Zukunft wirst du es wahrscheinlich verdienen müssen. Betrachte es so: Wenn Bitcoin seinen bisherigen Weg fortsetzt, wird es nie einen schlechten Zeitpunkt geben, Fiatgeld gegen Bitcoin einzutauschen.

Bei Bitcoin geht es darum, einen Bestand aufzubauen. Sobald du das erkennst, wird regelmäßiges Ansparen zur naheliegenden Strategie. Das unelastische Angebot und die vergleichsweise geringe Marktkapitalisierung sorgen dafür, dass Bitcoin stärker schwankt als andere Vermögenswerte. Allerdings erscheint Bitcoin angesichts der jüngsten Bewegungen bei Aktien, Boeing, Tesla und Öl vergleichsweise stabil. Wer regelmäßig Satoshis anspart, kann die Marktschwankungen ignorieren. Im Mittelpunkt steht der passive Vermögensaufbau, nicht der Handel.

„Bitcoin ist eine neue Art von Geld: digital und unabhängig von den Regierungen und Unternehmen dieser Welt. Es lässt sich nur schwer beschlagnahmen, blockieren oder durch Ausweitung der Geldmenge entwerten, aber leicht weltweit versenden. Es ist das beste Geld, das wir je hatten. Je mehr Menschen das erkennen, desto höher dürfte der Preis steigen.“ — Matt Odell

Wenn du den Betrachtungszeitraum weit genug fasst, wird deutlich, dass Bitcoins Kurskurve nach rechts oben verläuft. Es gibt Gründe für die Annahme, dass sich dieser Trend fortsetzt. Selbst dann dürfte der Kurs jedoch noch lange schwanken. Mein Rat: Ignoriere den Preis. Komm weg von null. Besitzt du noch keinen einzigen Satoshi? Hör auf, es aufzuschieben, und fang an zu sparen!

Ein paar Dinge solltest du im Kopf behalten:

Vielleicht glaubst du, nicht genug Geld zu haben, um Satoshis anzusparen. Das bezweifle ich. Wenn du diesen Brief liest, gehörst du wahrscheinlich zur vierten Einkommensstufe und kannst täglich einen oder zwei Dollar erübrigen. Denk daran: Für wenige Dollar bekommst du Zehntausende Sats. Außerdem gibt es indirekte Möglichkeiten, Satoshis anzusparen, etwa Cashback-Dienste, die Rückvergütungen in Sats auszahlen.

Du könntest auch eine schlechte Gewohnheit aufgeben und das gesparte Geld dafür verwenden. Zwei Fliegen mit einer Klappe – du weißt schon.

Sats sind immer noch unglaublich günstig. Ich wette, dass bald eine Zeit kommt, in der du für einen Dollar keine Zehntausende Sats mehr bekommst. Die Kaufkraft des Dollars nimmt kontinuierlich ab, während die Kaufkraft von Bitcoin historisch gestiegen ist. Doch selbst wenn Bitcoins Preis weiter kräftig steigt, wirst du auf absehbare Zeit wahrscheinlich noch einige Sats für einen Dollar oder weniger erwerben können.

Ob du es glaubst oder nicht: Es kann noch weiter abwärtsgehen. · Bildquelle: Originalartikel

Du bist skeptisch? Das verstehe ich. Ich war es auch. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, worum es bei Bitcoin geht. Noch länger brauchte ich, um diesem magischen Internetgeld genug zu vertrauen, um etwas davon zu kaufen. Danach dauerte es erneut eine Weile, bis ich mit dem Trading aufhörte und anfing, einen Bestand aufzubauen. Ich möchte dir Zeit und Kummer ersparen und gebe dir deshalb Folgendes mit: Beginne, Satoshis anzusparen. Je früher du anfängst und je stärker du den Vorgang automatisierst, desto besser.

Bei alledem noch ein Wort der Vorsicht:

Es gab noch nie einen besseren Zeitpunkt, um mit dem Sparen in Bitcoin zu beginnen. Viele Dienste ermöglichen es, täglich, wöchentlich oder monatlich einen festen Betrag deiner Landeswährung automatisch in Bitcoin umzutauschen. Konkrete Empfehlungen lasse ich hier weg, weil sie schnell veralten können. Welcher Dienst für dich am besten geeignet ist, musst du selbst herausfinden. Wende dich an den Bitcoin-Ordensbruder deines Vertrauensoder an einen Bitcoin-Kenner in deiner Nähe. Wenn er nicht weiß, was mit dem Ansparen von Satoshis gemeint ist, such dir einen anderen.

Und wenn ich dieser Bitcoin-Typ für dich bin, melde dich bitte bei mir.

„Bitcoin zu besitzen ist eine der wenigen asymmetrischen Wetten, an denen Menschen überall auf der Welt teilnehmen können.“ — Vijay Boyapati

Bitcoin ist zwar eine Investition in die Zukunft, doch ich betrachte es nicht unbedingt als spekulative Anlage. Ebenso wenig sehe ich darin einen Vermögenswert, den ich später wieder gegen Dollar, Euro oder Yen verkaufen möchte. Wie es in dem Meme heißt: Wenn du so weit bist, wirst du deine Bitcoin nicht mehr verkaufen müssen.

Neo hat die orange Pille genommen und fällt in den Kaninchenbau. · Bildquelle: Originalartikel

Bereit, wenn du es bist#

Fiatgeld gegen Bitcoin einzutauschen bedeutet, von einem grundsätzlich instabilen zu einem antifragilen System zu wechseln. Es ist eine Versicherung für dein Vermögen und ein Votum für ein besseres, ehrlicheres Fundament unserer Gesellschaft. Ich glaube, dass Bitcoin weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial besitzt. Je früher du beginnst, dieses aufstrebende Geld zu halten, desto besser könntest du aufgestellt sein, um von seiner steigenden Kaufkraft zu profitieren.

Mit anderen Worten: Du solltest so bald wie möglich anfangen, Satoshis anzusparen. Gleichzeitig glaube ich, dass du Bitcoin verstehen wirst, sobald du dazu bereit bist. Deshalb glaube ich auch, dass die ersten Bruchteile eines Bitcoin zu dir finden werden, sobald du bereit bist, sie anzunehmen. Ein Sprichwort sagt: „Du kannst ein Pferd zum Wasser führen, aber du kannst es nicht zum Trinken zwingen.“

Du wirst feststellen, dass der Besitz von Bitcoin Eigenverantwortung verlangt. Du musst selbst recherchieren, den sicheren Umgang und die sichere Aufbewahrung lernen und viele Aufgaben übernehmen, die sonst Dritte für dich erledigen. Nichts im Leben ist kostenlos. Die Freiheiten, die Bitcoin gewährt, haben ihren Preis: persönliche Verantwortung.

Bitcoin ist jedenfalls bereit, wenn du es bist. Es wird nicht verschwinden, und niemand wird dich daran hindern können, etwas davon zu erwerben, sobald du dazu bereit bist. Darin liegt das Schöne an Bitcoin: Es wird immer für dich da sein, ob du es nutzt oder nicht.

Zugegeben, Bitcoin ist ein seltsames Wesen. Es ist kompliziert, überwältigend und vielleicht sogar ein wenig beängstigend. Doch je früher du dich mit diesem Wesen anfreundest, desto besser bist du für die Zukunft gerüstet. Meiner Meinung nach gelingt das am besten, indem du anfängst, Satoshis anzusparen. Wie ein weiser alter Mann einmal sagte: „Kauf einfach Bitcoin. So schwierig ist das nicht.“


Haftungsausschluss des Autors: Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, aber ich fürchte, ich muss es ausdrücklich sagen: Dies ist weder Finanz- noch Anlageberatung. Ich habe diesen Brief geschrieben, um etwas zur Hand zu haben, wenn sich Freunde oder Familienmitglieder mit Fragen zu Bitcoin an mich wenden. Veröffentlicht habe ich ihn, weil er vielleicht auch anderen hilft. Wenn du mich nicht persönlich kennst, bin ich nur irgendein Typ aus dem Internet. Ich könnte genauso gut ein Hund sein. Handle entsprechend.

Erste Schritte#

Weiterführende Lektüre#

Zum Anhören – auf Englisch#

Weitere Informationsquellen#

Danksagung#

Danke an Brekkie und Fab für ihre hilfreichen Rückmeldungen zu frühen Entwürfen dieses Briefes.

Danke an Hass für das Korrekturlesen und dafür, dass er sich so entschieden für Auto-DCA einsetzt.

Herkunft und Lizenz#

Original: Gigi, „Dear Family, Dear Friends – A letter to all of you who still have no bitcoin“, 27. April 2020, dergigi.com. Ursprünglich verlinkte Veröffentlichung: Medium. Die Website des Autors weist ihre Inhalte, soweit nicht anders angegeben, unter Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) aus. Diese eigenständige deutsche Übersetzung und sprachliche Bearbeitung des Artikeltextes wird unter derselben Lizenz bereitgestellt. Änderungen: Neuübersetzung, sprachliche Korrekturen, einheitliche Anrede und redaktionelle Einordnung historischer Angaben.Die Originalbilder sind unverändert eingebunden und jeweils mit ihrer Quelle verlinkt. Die vorstehende Lizenzangabe bezieht sich auf den Text; etwaige abweichende Rechte an den eingebundenen Bildern bleiben unberührt.

Die Quellenverweise folgen der am 5. November 2026 abgerufenen Autorenfassung. 

Inhalt

12 Abschnitte

  1. Plan B
  2. Fang noch heute an, Satoshis anzusparen
  3. Warum Bitcoin notwendig ist
  4. Das beste Geld, das wir je hatten
  5. Warum es besser ist, Satoshis anzusparen
  6. Bereit, wenn du es bist
  7. Erste Schritte
  8. Weiterführende Lektüre
  9. Zum Anhören – auf Englisch
  10. Weitere Informationsquellen
  11. Danksagung
  12. Herkunft und Lizenz

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