Der Journalismus ist tot! Es lebe ...

... ja was denn eigentlich. Ein Versuch, Literatur als den wahren Motor für einen wirklichen Wandel zu positionieren.

M.A. Karjalainen

September 05, 2026 · 3 min read

I.

Seit meiner Jugend widme ich mich dem Schreiben, mal mehr, mal weniger intensiv. Letzteres ist der in unseren westlichen Gesellschaften zur Existenzsicherung notwendigen Erwerbsarbeit geschuldet, die mich mal mehr, mal weniger, mal gar nicht erfüllt. Aber als Familienvater bin ich Verpflichtungen eingegangen, denen ich mich nicht entziehen will.

Mein Schreiben war viele Jahr(zehnt)e literarisch geprägt, dem Dichten gewidmet. In den unsäglichen Jahren, in denen die "Corona-Welle" über den Erdball schwappte, begann ich journalistisch zu arbeiten. Zuerst bei der Plattform RESPEKT, einer zivilgesellschaftlichen Initiative, die sich dem Covid-Hype entgegen stellte, dann auf der unabhängigen Medienplattform Idealism Prevails, später im Online-Magazin fürs FreiSein Unsere ZeitenWende und zuletzt auf meinem eigenen Blog mkd.report{s].

Ich beschäftigte mich intensiv mit der Weltlage, mit den Beschlüssen politischer Entscheidungsträger, mit all den Absurditäten, die dazu führten, dass wir heute weltpolitisch da stehen, wo wir eben stehen. Aussichtslosigkeit kehrte ein, der Kampf gegen Windmühlen schien auf diesem Weg verloren zu gehen, weil er ja auf diese Weise niemals gewonnen werden kann. Das erkannte ich erst spät, als ich schon müde erschöpft, gereizt und unnahbar war. Zudem sagte mein Körper mir deutlich, dass meine Seele litt. Der Verstand hatte die Oberhand gewonnen, mein Selbst lag am Boden. Ein hoher Preis.

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II.

Mit Julian Assanges Geständnis (ich habe zu seinem Schicksal mehrfach publiziert), das ihm endlich die verdiente persönliche Freiheit bescherte, um im Kreis seiner Familie leben zu können, war dem Journalismus der endgültige Todesstoß versetzt. Schon mit seiner Gefangennahme und dem ganzen Wahnsinn, der danach folgte, wurde das unabhängige, investigative Berichten unter Strafe gestellt. Wer sich nicht an die seither unausgesprochenen aber geltenden Regeln hält, muss mit Konsequenzen rechnen, die auch existenzbedrohend sein können. 

Aber war der im Westen gerne als 4. Macht im Staate bezeichnete Journalismus wirklich jemals frei und unabhängig? Ein Blick in die Geschichtsbücher (die grundsätzlich mit Vorsicht, wenn nicht sogar mit Skepsis zu betrachten sind) belehrt uns eines Schlechteren. Immer wieder gab es einzelne Journalisten, in Ausnahmefällen auch ganze Redaktionen, die sich diesem Ideal nicht nur verschrieben, sondern es auch tatsächlich lebten. Dem Rest blieb Schweigen.

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III.

Dem Weckruf meiner Seele, meines Selbst via meines Körpers folgend, gab ich in den letzten Wochen alle meine journalistischen Aktivitäten auf; zuletzt auch den Monatsrückblick bei Idealism Prevails und meine Mitgliedschaft in der Redaktion von Unsere ZeitenWende

Befreit von diesen einst für mich so wichtigen Bastionen widme ich mich nun ausschließlich dem literarischen Schreiben. Auch Texte wie diese, die ich in die Kategorie Essays für WeiterDenker einordne, sind für mich mehr Ausdruck meiner Dichter-Seele, denn meiner journalistischen Begabung. Darauf werde all meine Fähigkeiten im Schreiben von nun an ausschließlich verwenden.

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IV.

Wenn der Jouranlismus nun tot ist, was tritt an seine Stelle? Die Antwort ist noch nicht endgültig gegeben, der Weg zu ihr aber vorgezeichnet. Immer schon war Literatur, ob Poesie oder Prosa, ein treibender Motor gesellschaftlichen Wandels. Ein inspirierender fiktionaler Text löst mehr Bewegung aus als ein Zeitungsartikel, Blogbeitrag, Audio- oder Videopodcast, weil er Identifikations- und Lösungsmöglichkeiten bietet, die die aktuelle Wirklichkeit übersteigen, ja transzendieren. Und daher fühle ich mich auf dem richtigen Weg und freue mich, wenn die eine oder der andere diese neue Richtung mitgehen will. Der Wandel beginnt genau mit diesem ersten Schritt. Viele sollen folgen!

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Foto von Jen Theodore auf Unsplash

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Written by

Weltbürger, Dichter & WeiterDenker | global citizen, poet & visionary

mkd@pareto.town

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