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Wie ein Agenten-Framework eine kleine Firma mit Rollen, Prüfgates und Besprechungen abbildet.
Dieses Framework macht aus Claude eine kleine Firma. Ein Agent übernimmt die Rolle des CEO, andere Agenten sind Spezialisten, der Mensch, der alles bedient, ist der Operator. Die Firma hat Rollen, Regeln und wiederkehrende Besprechungen. Ein Terminal-Programm, eine Aufgabenliste und ein Browser-Dashboard halten alles zusammen. Dieser Text erklärt, wie das aufgebaut ist.
Die Rollen#

Drei Rollen tragen die Firma.
Der CEO-Agent ist der Eingang für jeden Auftrag. Er entscheidet, wie viel Aufwand nötig ist. Kleine Aufgaben erledigt er selbst. Klar umrissene Facharbeit gibt er an einen Spezialisten weiter. Wenn mehrere unabhängige Aufgaben anstehen, teilt er sie auf mehrere Spezialisten auf. Wenn Aufgaben eng verzahnt sind, holt er ein Live-Team dazu.
Die Spezialisten sind Fach-Agenten. Jeder hat drei Dinge: ein Gedächtnis, das über alle Projekte hinweg gilt, eine unveränderliche Akte mit Rollenbeschreibung und Persönlichkeit, und einen Satz Werkzeuge. Werkzeuge werden knapp vergeben. Ein Analyst darf nur lesen. Ein Programmierer darf schreiben und testen. Ein Rechercheur darf im Netz suchen. So viele Rechte wie nötig, so wenige wie möglich.
Der Operator ist der Mensch. Er ist die letzte Instanz. Er stellt Agenten ein, entlässt sie und entzieht Werkzeuge. Die Firma organisiert sich selbst, aber nur innerhalb dieses Rahmens.
Einstellung neuer Agenten#

Neue Agenten kommen nicht direkt in Betrieb. Sie bekommen eine Probezeit, eine eigene Akte und einen Satz Prüfaufgaben mit Lösungsskizzen. Mindestens drei Aufgaben prüfen, was der Agent nicht tun soll. Eine Messung zeigt, wo der Neue steht. Trifft er die Schwelle, kommt er in Betrieb. Bleibt er darunter, bleibt er in der Probezeit.
Später wird an derselben Stelle die Qualität geprüft. Fällt die Erfolgsquote über mehrere Läufe, ist das ein Signal, dass der Agent driftet.
Wie ein Auftrag durch die Firma läuft#

Ein typischer Auftrag durchläuft mehrere Stationen.
Der Operator gibt den Input. Der CEO-Agent sortiert nach Aufwand. Bei Aufgaben, die aufgeteilt werden, schreibt ein Plan-Agent die Fertig-Definition und zerlegt in einzelne Übergaben. Jede Übergabe trägt drei Dinge: was bisher passierte, was jetzt gebraucht wird, und wann die Teilaufgabe fertig ist.
Die Spezialisten arbeiten dann parallel. Ein Reviewer prüft die Ergebnisse gegen die Fertig-Definition. Fremdkritik fängt, was Selbstkritik übersieht. Der Autor prüft nie sein eigenes Werk. Nach zwei Prüfrunden ohne Einigung eskaliert der Plan-Agent an den Operator, nicht an den CEO.
Werkzeuge#

Vier Bausteine bilden die Werkzeugschicht.
Das Terminal-Programm ist das Chassis. Eine Sitzung, ein Fenster pro Projektordner. Wer mehrere Projekte hat, sieht sie nebeneinander statt verstreut über einen Editor.
Der Workspace-Helper ist ein kleines Hilfsprogramm. Es schreibt Ampel-Signale mit zwei Zuständen: beschäftigt oder fertig. Die Ampel landet als kleiner farbiger Punkt in der Leiste. Mehrere Stellen greifen auf dasselbe Signal zu: die Leiste selbst, das Browser-Dashboard, die Projekt-Auswahl, der Neustarter.
Die Aufgabenliste hat vier Zonen. BRAUCHT DICH heißt, der Mensch ist dran. LÄUFT heißt, ein Agent arbeitet. OFFEN heißt, die Aufgabe wartet auf den nächsten freien Agent. RUHIG heißt, alles ist erledigt. Die Zonen werden nicht fest einprogrammiert, sie ergeben sich aus dem aktuellen Zustand.
Das Browser-Dashboard zeigt dasselbe Bild wie die Aufgabenliste, nur eben im Browser. Wer will, kann sich ein echtes Terminal in den Browser holen und von dort aus mit der Firma reden. Das Dashboard selbst erlaubt keine Eingaben, es spiegelt nur.
Besprechungen#

Sechs wiederkehrende Formate halten die Firma zusammen.
Das Morgen-Briefing zeigt, was ansteht. Es startet keine Aktionen. Wenn nichts zu sagen ist, ist es still. Eine leere Ausgabe ist ein gültiges Ergebnis.
Die Teambesprechung läuft nach echter Zusammenarbeit. Die Agenten geben sich gegenseitig Feedback. Ein Kurator verdichtet das Roh-Feedback. Das Protokoll ist kürzer als die Besprechung und ist das, was im Gedächtnis bleibt.
Die Session-Retro läuft am Ende einer Session. Sie zieht konkrete Vorfälle aus dem Verlauf, filtert und legt das Ergebnis im Gedächtnis ab.
Das 1:1-Gespräch arbeitet mit Bevorzugungen statt mit Verboten. Statt "Nicht X" heißt es "Bevorzuge Y". Das schärft das Profil eines Agenten.
Die Feierabend-Loop geht über alle Projekte hinweg. Sie sammelt die Tagesarbeit und bereitet den nächsten Morgen vor.
Die Teampflege prüft regelmäßig, ob Rollen sich überschneiden, ob Agenten driften und ob die unveränderlichen Akten noch stimmen.
Fazit#
Das Framework ist kein Chatbot, sondern eine kleine Firma. Rollen, Prüfgates, Besprechungen, Werkzeuge. Der Operator bleibt der Souverän. Wer nur gelegentlich einen Prompt braucht, ist mit einem einzelnen Agenten besser bedient. Wer eine Firma will, bekommt hier das Gerüst.
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Elch · Jul 21, 2026