Die ehrlichste Frage zum Heim-Mining lautet nicht „lohnt sich das", sondern „wie oft gewinne ich". Beim Solo-Mining gibt es nämlich keinen Mittelweg: Du bekommst entweder den ganzen Block oder gar nichts. Kein anteiliger Ertrag, keine tägliche Auszahlung wie im Pool.
Der Rechner unten macht daraus konkrete Zahlen. Er zieht die Netz-Hashrate live von mempool.space, leitet die Blockbelohnung aus der aktuellen Blockhöhe ab und stellt der Trefferchance die Stromkosten gegenüber.
Wie die Rechnung funktioniert#
Bitcoin-Mining ist ein Ratespiel ohne Gedächtnis. Jeder Versuch ist unabhängig vom vorherigen — dein Gerät kommt einem Treffer nicht näher, je länger es läuft. Deshalb reichen drei Größen:
Dein Netzanteil. Deine Hashrate geteilt durch die Hashrate des gesamten Netzes. Ein NerdAxe Gamma mit 1,33 TH/s steht derzeit rund 900 EH/s gegenüber — das sind 900.000.000 TH/s. Dein Anteil liegt damit im Bereich von eins zu mehreren hundert Millionen.
Die Zahl der Versuche. Das Netz findet im Schnitt 144 Blöcke pro Tag, also gut 52.000 im Jahr. Bei jedem einzelnen hast du deinen Netzanteil als Chance.
Die Gegenwahrscheinlichkeit. Die Chance, in einem Zeitraum mindestens einmal zu treffen, ist eins minus der Wahrscheinlichkeit, jedes Mal danebenzuliegen. Genau so rechnet das Tool — nicht mit der oft zitierten „durchschnittlichen Wartezeit", die bei sehr kleinen Anteilen ein irreführend gutmütiges Bild zeichnet.
Der Erwartungswert sagt dir nicht, wann:
Eine erwartete Wartezeit von 400 Jahren heißt nicht, dass du 400 Jahre sicher nichts findest. Sie heißt, dass der Treffer gleich wahrscheinlich morgen wie in 800 Jahren kommt. Es hat schon Bitaxe-Betreiber gegeben, die nach wenigen Wochen einen Block gefunden haben. Das widerlegt die Statistik nicht — es ist die Statistik.
Was der Stromvergleich zeigt#
Der zweite Block im Rechner beantwortet die Frage, die beim Solo-Mining meist unter den Tisch fällt: Was hätte dasselbe Geld gebracht, wenn du es direkt in Bitcoin gesteckt hättest?
Das ist keine rhetorische Falle, sondern die relevante Alternative. Ein Gerät mit 18 Watt kostet bei 30 Cent pro Kilowattstunde rund 47 Euro Strom im Jahr. Über zehn Jahre sind das etwa 470 Euro — Geld, das du auch als Sats hättest liegen haben können, mit garantiertem statt lotteriehaftem Ergebnis.
Wer nüchtern rechnet, kommt beim Heim-Solo-Mining fast immer zu demselben Schluss: Als Geldanlage ergibt es keinen Sinn. Das ist auch nicht der Punkt.
Warum trotzdem viele einen laufen haben#
Ein Bitaxe oder NerdAxe ist kein Investment, sondern ein Stück funktionierende Infrastruktur auf dem Schreibtisch. Drei Gründe, die in keiner Renditerechnung auftauchen:
- Du siehst, wie es funktioniert – Proof-of-Work ist abstrakt, bis ein Gerät neben dir Hashes rechnet und Blocktemplates zieht. Das begreift man in einer Stunde besser als in zehn Artikeln.
- Du bist Teil des Netzes – Dein Gerät baut eigene Blocktemplates und entscheidet selbst, welche Transaktionen es aufnimmt. Das ist ein realer, wenn auch winziger Beitrag zur Dezentralität.
- Es ist ein Lotterielos ohne Verfallsdatum – Für den Preis eines Abendessens im Monat läuft ein Los mit, das sechsstellig ausgehen kann. Wer das so einordnet, wird nicht enttäuscht.
Wärme ist der vierte Grund, der selten genannt wird: 18 Watt sind kein Heizgerät, aber ein Antminer im Keller ersetzt im Winter tatsächlich Heizleistung. Wer das einrechnet, verschiebt die Rechnung spürbar.
Solo oder Pool?#
Im Pool bekommst du kleine, regelmäßige Beträge und praktisch nie einen ganzen Block. Solo bekommst du fast immer nichts und sehr selten alles. Der Erwartungswert ist bei beiden ungefähr gleich — der Unterschied liegt in der Streuung.
Für ein Einzelgerät auf dem Schreibtisch spricht trotzdem einiges für Solo: Die Pool-Anteile sind bei 1,33 TH/s so klein, dass sie an Auszahlungsgrenzen scheitern, und du gibst die Kontrolle über die Blockzusammenstellung ab. Wer ohnehin nichts erwartet, kann genauso gut auf das ganze Los setzen.
Woher die Zahlen kommen#
Die Netz-Hashrate ist der Drei-Tage-Durchschnitt von mempool.space, abgerufen über die eigene Proxy-Route dieser Seite — dein Browser spricht nicht direkt mit einem Drittanbieter. Die Blockbelohnung berechnet das Tool aus der aktuellen Blockhöhe (50 BTC halbiert alle 210.000 Blöcke), stimmt also auch nach dem nächsten Halving 2028 noch. Transaktionsgebühren sind bewusst nicht eingerechnet; sie erhöhen den Blockertrag je nach Auslastung um wenige Prozent.
Die voreingestellten Geräte sind Herstellerangaben und in der Praxis leicht abweichend — Firmware, Kühlung und Spannungskurve verschieben beides, Hashrate wie Verbrauch. Für eigene Werte gibt es den Eintrag „Eigene Werte" in der Auswahl.
👉 NerdAxe Gamma im Test 👉 NerdAxe: der erste Eindruck
Dieser Artikel erschien zuerst auf bitcoinlighthouse.de – dort findest du auch unsere Bitcoin-Workshops in München.





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