Organisationen wie "Robin Wood" etwa missbrauchen diesen Mythos für eine Sache, die mit dem Geist der ursprünglichen Legende nicht das Geringste zu tun hat. Mit ihrem Hang zur Bevormundung, Regulierung und staatlichen Kontrolle stehen sie in Wahrheit auf der Seite der Mächtigen – auf der Seite eines Prinz Johann oder des Sheriffs von Nottingham. Auf der Seite der Rebellen sind sie ganz gewiss nicht zu finden.
Auf dieser Seite stehen Menschen, die nicht durch Zwang anderen ihre Lebenszeit stehlen, Menschen, die ein freies Geld nutzen.
Geschichtlicher Hintergrund#
Die Geschichte des jüngeren Bruders John, der seinem älteren Bruder Richard den Thron streitig machte, beruht auf tatsächlichen historischen Ereignissen. Es handelt sich hier um Johann Ohneland (engl. John Lackland) und Richard Löwenherz.
Als Richard 1192 auf der Rückkehr vom Dritten Kreuzzug in Österreich gefangen genommen wurde, versuchte Johann tatsächlich, die Macht an sich zu reißen. Er verbündete sich mit dem französischen König Philipp II. und ließ sich als Thronfolger huldigen. Zwar scheiterte sein Putschversuch nach Richards Rückkehr 1194, doch nach Richards Tod im Jahr 1199 bestieg Johann schließlich den Thron.
Zum Beinamen „Ohneland": Johann war der fünfte Sohn König Heinrichs II. von England und Eleonores von Aquitanien. Drei ältere Brüder – Heinrich der Jüngere, Richard und Gottfried (Geoffrey) – waren jedoch bereits vor Johanns Geburt mit Ländereien bedacht worden. Da bei der Erbteilung von Montmirail im Jahr 1169 Johann im Gegensatz zu seinen drei älteren Brüdern leer ausging, erhielt er bereits als Kleinkind den Spitznamen Jean Sans-Terre – Johann Ohneland.
(Johann Ohneland)
Richard Löwenherz und Johann Ohneland waren beide direkte Nachfahren Wilhelms des Eroberers, jenes normannischen Herzogs, der 1066 England in der Schlacht bei Hastings eroberte und sich zum König krönen ließ. Über Generationen hinweg führte sein Blut in direkter Linie zu Richards und Johanns Herrscherhaus.
Dieser Umstand macht deutlich, warum Richard und Johann kaum Englisch sprachen. Ihre Muttersprache war Französisch, genauer gesagt jener anglonormannische Dialekt, den der normannische Adel nach der Eroberung mitbrachte und der über Jahrhunderte die Sprache des englischen Königshofes blieb.
Auch ethnisch waren Richard und Johann keine Angelsachsen, sondern Normannen – und die Normannen selbst waren ihrer Herkunft nach Nordmänner, also Nachfahren jener Wikinger, die sich im 9. und 10. Jahrhundert in Nordfrankreich niedergelassen hatten, sich dort französisierten und später zu einem der mächtigsten Adelshäuser Europas aufstiegen. (Für alle Fans von Wikinger-Serien, Rollo war der Name dieser Wikingeranführer)
Die angelsächsische Bevölkerung Englands hingegen – die Nachfahren der einheimischen Briten und der eingewanderten germanischen Stämme (Angeln und Sachsen) – war dem normannischen Adel sprachlich und kulturell fremd. Die Eroberung von 1066 hatte eine tiefe Kluft zwischen einer französischsprachigen Oberschicht und einer englischsprachigen Unterschicht hinterlassen, die erst im Laufe der folgenden Jahrhunderte langsam zu verschmelzen begann.
Warum war Johann Ohneland so unbeliebt?#
(Prinz John saugt an seinem Daumen)
Die Steuerlast
- Er führte mehrere verlustreiche Kriege, vor allem den gescheiterten Versuch, die verlorenen Besitzungen in Frankreich (darunter die Normandie, 1204 an Frankreich gefallen) zurückzuerobern.
- Er erhob willkürliche Abgaben, sogenannte Scutagen (Schildgelder)
- Er presste Geld aus jüdischen Geldverleihern, beschlagnahmte Ländereien verstoßener Barone und erhöhte Zölle und Gerichtsgebühren.
- Gegen Ende seiner Regierungszeit verschärfte sich die Plünderung des Landes durch rücksichtslose Steuereintreibung.
(Lars Klingbeil - Sheriff von Nottingham)
Der Bruch des Lehensrechts
Nach mittelalterlichem Verständnis war ein König nicht absolutistisch, sondern an wechselseitige Treuepflichten gebunden. Johann verletzte diese Pflichten massiv:
- Er verweigerte Adligen ihr Recht auf ein faires Gerichtsverfahren.
- Er ließ Barone ohne Urteil einkerkern oder enterbte sie willkürlich.
- Er forderte übermäßige Zahlungen für Erbschaften, Heiratserlaubnisse und Ämter.
Der Höhepunkt: Die Magna Carta (1215)#

Die Unzufriedenheit entlud sich 1215 in einer offenen Rebellion der Barone. Johann wurde gezwungen, die Magna Carta zu unterzeichnen – ein Dokument, das erstmals die Rechte des Adels und der Kirche gegenüber dem König festschrieb und willkürliche Steuern untersagte. Allerdings brach Johann den Vertrag wenige Wochen später, was einen offenen Bürgerkrieg zur Folge hatte. Nur sein überraschender Tod im Oktober 1216 bewahrte ihn vermutlich vor der vollständigen militärischen Niederlage. Er gilt bis heute als einer der schwächsten und unbeliebtesten englischen Könige.
Die Magna Carta („Großer Freibrief") ist eines der berühmtesten Dokumente der Rechtsgeschichte.
„Kein freier Mensch darf festgenommen, gefangengesetzt, enteignet, geächtet, verbannt oder auf irgendeine Weise vernichtet werden ... außer durch das rechtmäßige Urteil seiner Standesgenossen oder durch das Recht des Landes."
Die Magna Carta war das erste Dokument, das schriftlich festhielt, dass ein englischer König nicht absolut herrschen durfte, sondern an Recht und Gesetz gebunden war. Dieses Prinzip des rule of law (Herrschaft des Rechts) ist ihr wichtigstes Erbe.
Die Magna Carta hatte auch einen deutlichen Einfluss auf die USA – vor allem auf die US-Verfassung und die Bill of Rights.
Der Oberste Gerichtshof der USA hat sich bis heute zahlreiche Male auf die Magna Carta berufen
Die Männer und Frauen des Sheriffs#
Meiner Ansicht nach agieren die Menschen hinter so Vereinen wie Robin Wood nicht anders als sozialistische Steuereintreiber. Sie vertreten eine zutiefst freiheitsfeindliche Politik, deren Ziel letztlich ein staatlicher Kontrollapparat mit autoritären Zügen wäre. Mit Robin Hoods Geist der Gerechtigkeit hat das nichts zu tun – im Gegenteil: Sie stehen auf der Seite der Mächtigen, also an der Seite von König Johann oder des Sheriffs von Nottingham.
Die Vorstandspecherin von Robin Wood, Julian Smaluhn, studierte Kulturwissenschaften und schrieb ihre Diplomarbeit über die „kapitalistische Vereinnahmung von Partizipationsformen“.
„Ich habe Kulturwissenschaft studiert, das bestand viel aus dem Besetzen der Uni, und meine Diplomarbeit habe ich über die kapitalistische Vereinnahmung von Partizipationsformen geschrieben."
Das Ziel solcher Menschen ist es, durch staatliche räuberische Erpressung (Steuern) ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Was soll man sonst mit einem Studium der Kulturwissenschaften tun, vor allem wenn man seine Studienzeit damit verbracht hat, andere am Lernen zu hindern.





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