Schauen wir uns diese Realsatire einmal im Detail an:
"MiCA just separated the real exchanges from the tourists."
Wer nicht brav Dutzende Ordner mit Compliance-Richtlinien und Anti-Geldwäsche-Regularien nach Brüssel schickt, ist logischerweise nur ein „Tourist“. Cypherpunks write code? Das war gestern. Echte Bitcoiner füllen Formulare in dreifacher Ausführung aus!
"Relai has been MiCA licensed since 2025, before most even started applying."
Hier glänzt der Klassenstreber in der ersten Reihe. Man war nicht nur brav, man war der Allerbravste – und das schon 2025! Da wird einem ja ganz warm ums Herz, so viel vorauseilender Gehorsam.
Staatsgewalt als Marketing-Tool
Der absolute Höhepunkt der Absurdität ist jedoch der Aufruf am Ende:
"Know someone still on an unlicensed platform? Tell them to join Relai 🧡"
„Hey, der Staat zwingt gerade mit seiner regulatorischen Gewalt alle Konkurrenten in die Knie, die nicht mitspielen wollen. Nutze diese staatliche Repression doch bitte, um deine Freunde zu unserer staatstreuen Plattform zu lenken!“
Das süße orange Bitcoin-Herz am Ende macht die Kapitulation vor dem Staatssystem dann noch richtig schön kuschelig.
Ein System zu feiern, das Unternehmen vom Markt drängt, weil sie nicht nach der Pfeife der Europäischen Union tanzen, ist so ziemlich das exakte Gegenteil der eigentlichen Bitcoin-Ethik. Aber hey: Hauptsache, die Lizenz hängt gerahmt über dem Schreibtisch und das Geschäft läuft.
Philosophien im Vergleich#
Wir sollten mal die Kommunikation von Relai und Bull Bitcoin vergleichen, da prallen zwei völlig entgegengesetzte Philosophien aufeinander. Beide haben zwar eine MiCA-Lizenz in der Europäischen Union –, aber ihre innere Haltung dazu ist grundverschieden. Während Relai das neue Regelwerk als Auszeichnung und Qualitätsmerkmal zelebriert, betrachtet Bull Bitcoin die europäische Regulierungskomplexität als einen feindlichen, von Banken geschaffenen Apparat, dem man sich nur aus reiner Notwendigkeit unterworfen hat.
Relai nutzt die Regulierung als aggressives Marketinginstrument und macht sich über unlizenzierte Konkurrenten lustig (sie nennen sie "Touristen"). Bull Bitcoin hingegen stellt sich auf den Standpunkt der klassischen Cypherpunks: Sie verabscheuen die Regulierung in ihrer aktuellen Form. Für sie ist MiCA ein bürokratischer Albtraum, der von den etablierten Finanzmächten entworfen wurde, um hohe Markteintrittsbarrieren zu schaffen und kleine, privatsphärefokussierte Unternehmen vom Markt zu drängen.
Bull Bitcoin klagt gegen DAC8#
Statt die Regulierung wie einen gewonnenen Pokal zu feiern (Relai) zieht Bull Bitcoin lieber vor Gericht, für die Sicherheit der Kunden.
Frankreich gilt jetzt schon als eines der Länder mit den meisten dokumentierten Angriffen auf Personen aus dem Bitcoin Space, die zentrale Datensammlung mit DAC8 macht das ganz noch viel schlimmer. Für Bull Bitcoin ist Privatsphäre kein Nischenthema für Aluhut-Träger, sondern eine Frage der körperlichen Unversehrtheit.
Die EU entwickelt sich immer weiter zu einem Überwachungsstaat. Da macht es einen besonders traurig zu sehen, wie Bitcoin-Only-Unternehmen wie Relai diese Entwicklung auch noch öffentlich feiern.


Sticker21M · Jul 01, 2026