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Die Michael Saylor Psychose

Unter den Bitcoinern gibt es ein Phänomen, das bei genauerer Betrachtung geradezu manische Züge annimmt: die kollektive Fixierung auf Michael Saylor. Entweder wird der CEO von MicroStrategy wie ein Heilsbringer gefeiert, oder er wird als Teufel verflucht. Beide Extreme offenbaren eine seltsame Art der Psychose. Denn wenn man die Emotionen abzieht und die nackten Fakten betrachtet, bleibt vor allem eine Erkenntnis: Sich stundenlang über Saylor den Kopf zu zerbrechen, ist pure Zeitverschwendung.

markusturm

June 16, 2026 · 3 min read

Ein Mann, ein Hebel, keine Magie

Wenn man die Reaktionen in der Community verfolgt, könnte man meinen, Michael Saylor sei die wichigste Persone in Bitcoin. Dabei macht er objektiv betrachtet absolut nichts Besonderes. Seine Strategie lässt sich sehr pragmatisch zusammenfassen: Er nutzt klassische Finanzprodukte wie Kredite und Anteilsscheine, um damit Bitcoin zu kaufen.

Das ist keine hochkomplexe, visionäre Innovation innerhalb des Netzwerks, sondern schlichtweg eine Anwendung aus der traditionellen Finanzwelt. Er programmiert nicht am Base-Layer von Bitcoin, er löst keine technischen Skalierbarkeitsprobleme und er verbessert auch nicht die Privatsphäre der Nutzer. Er kauft einfach nur ein begrenztes Gut auf dem freien Markt.
Diese völlige Banalität füllt aber ganze Youtube-Kanäle und Konferenzen.

Das Prinzip der puren Erlaubnisfreiheit

Bitcoiner die Saylor hassen und beklagen, dass ein einzelnes Unternehmen so viele Coins anhäuft machen sich lächerlich.
Gerade hier zeigt sich, wie absurd diese Aufregung ist. Bitcoin wurde exakt so konzipiert, dass es nicht zwischen Gut und Böse oder Arm und Reich unterscheidet. Es ist ein radikal offenes, erlaubnisfreies System.

Zu den unumstößlichen Eigenschaften des Netzwerks gehören:

  • Niemand kann von der Teilnahme ausgeschlossen werden.

  • Niemandem kann der Kauf verweigert werden.

  • Niemand braucht die Erlaubnis oder den Segen der Community.

Sich also darüber aufzuregen, dass ein kapitalstarker Akteur genau das tut, was der Code ihm explizit erlaubt, ist ein Widerspruch in sich. Die Spielregeln gelten für alle oder niemanden.

Die Illusion von Kontrolle und Relevanz

Der größte Fehler dieser Saylor-Obsession ist jedoch die Annahme, die permanente Diskussion über ihn hätte irgendeinen Wert. Weder die ständigen Lobpreisungen noch die wütenden Warnungen interessieren Michael Saylor oder die Chefetage von MicroStrategy.

Die Bitcoin-Community hat exakt null Einfluss auf das Handeln von Michael Saylor. Er trifft seine Entscheidungen wahrscheinlich auf Basis von Unternehmensstrategien, Bilanzen und den Interessen seiner Shareholder.
Er ist niemand der sein Handeln an den Idealen der Community ausrichtet, warum auch. Er ist ein Geschäftsmann, der den seiner Meinung nach profitabelsten Weg für sein Unternehmen gewählt hat und der Aktienkurs über die letzten Jahr gibt ihm recht.
Jede Minute, die man damit verbringt, sich mit Michael Saylor zu beschäftigen, ist eine verschwendete Minute.

Zeit für das Wesentliche

Anstatt Stunden in hitzigen Diskussionen und endlosen Debatten über einen amerikanischen CEO zu verplempern, sollten Bitcoiner sich auf Dinge fokussieren, die sie tatsächlich beeinflussen können. Das permanente Beobachten von MicroStrategys Käufen grenzt an eine kollektive Psychose, die vom wichtigsten Kerngedanken ablenkt: der eigenen Unabhängigkeit.

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#Bitcoin | Austrian Economics | Laissez-Faire Radical I @_einundzwanzig_ | lebenaufbitcoin.space

markus@einundzwanzig.space

Comments (1)

e3f6faa3078c · Jun 16, 2026

Das liegt in menschlichen Genen, nach Vorbildern zu suchen und sich damit zu beschäftigen, in deren Ökosystem einzutauchen. "Biologisch und psychologisch betrachtet braucht der Mensch Vorbilder oder Leitfiguren nicht zwingend zum Überleben, aber sie sind für unsere Identitätsfindung und soziale Orientierung von enormem Wert. Sie helfen uns, Werte zu definieren und Verhaltensweisen zu erlernen."