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Freiheit verhandelt man nicht, man nimmt sie. Wer nie einen Staat verlassen und sie gespürt hat, dem fehlt das Maß dafür. Und wer sie im Geld will, nutzt Bitcoin erlaubnisfrei P2P oder rechnet weiter mit Fiat.
Leicht gesagt#

Der Einwand kommt selten als Argument. Er kommt als Herablassung. Alles fein geschrieben, heißt es dann, nur am Leben vorbei, ein Autor, der sich an den eigenen Sätzen wärmt und die Lage der meisten gar nicht kennt. Und überhaupt: Nicht jeder verstaue sein Dasein in zwei Taschen und beginne in einer fremden Stadt von vorn. Die allermeisten wollten bleiben, wo ihre Leute sind, wo Herkunft, Nähe und über Jahre gewachsene Bindungen hängen.
Nur beantwortet die Herablassung kein einziges Argument. Dass jemand bleiben will, wo er zu Hause ist, bestreitet niemand. Nur ist das kein Können und kein Nicht-Können, sondern ein Wert, den einer höher hängt als den Ortswechsel. Wer geht, verabschiedet sich von niemandem. Er zieht Zeit, Mühe und Anwesenheit aus einer Ordnung ab und legt sie in eine andere, weil die andere seinen Vorhaben besser dient. Das ist kein Urteil über die, die bleiben.
Können und Wollen#

Dann kommt der zweite Satz, und er klingt ehrlicher. Ich kann doch nicht weg. Die Familie. Die Eltern, die alt werden. Die Kinder in der Schule.
Nur stimmt das selten. Es gehen welche vor, jeden Tag, mit Kindern, mit alten Eltern, mit allem Gepäck, das angeblich festhält. Von einem Nicht-Können kann da keine Rede sein. Was bleibt, ist ein Preis, den einer nicht zahlen will. Wer ihn zu hoch findet, hat jedes Recht, ihn zu scheuen. Aber dann heißt es: Ich will nicht. Nicht: Ich kann nicht.
Freiheit verhandelt man nicht#

Hier trennt sich, wer Freiheit kennt, von dem, der nur davon redet. Wer sie sich nie vor einer Behörde genommen hat, hält sie für eine Sache, die man aushandelt. Man gibt ein Stück, man bekommt ein Stück, am Ende steht ein Kompromiss, der sich Freiheit nennt. Nur ist er keine. Wer verhandelt, bittet um Erlaubnis, und wer um Erlaubnis bittet, hat schon eingeräumt, dass ein anderer das letzte Wort hat.
Der ehrliche Steuerzahler führt das mustergültig vor. Solange die Haltefrist ein Jahr trägt, schweigt er dem Finanzamt gegenüber und nennt das seine Ruhe. Fiele sie, würde er jede Bewegung seiner Bestände brav melden. Seine Freiheit hängt damit an einer Frist, die ein anderer setzt und jederzeit streichen kann. Das ist keine Freiheit. Das ist eine Duldung auf Widerruf.
Wem die Erfahrung fehlt#

Der Vorwurf kommt gern als Sorge getarnt. Wer so schreibt, habe wohl zu wenig gelebt. Die Wirklichkeit sehe für die meisten anders aus, sie müssten anders handeln, und darüber gehe der Text hinweg. Der Einwand klingt geerdet, nur steht er auf dem Kopf. Es fehlt die Erfahrung dessen, der noch nie einen Staat verlassen und dabei einmal gespürt hat, wie sich Freiheit anfühlt, wenn keine Behörde mehr über einem steht. Genau aus diesem Blick heraus ist das hier geschrieben. Wer ihn nie hatte, dem fehlt das Maß, an dem sich ein solcher Satz überhaupt prüfen ließe. Das vergisst der Vorwerfende, sobald er den Schreiber angreift statt seinen Satz.
Das Werkzeug oder die Erlaubnis#

Mit Bitcoin ist es dasselbe. Das Werkzeug taugt für genau eine Sache. Wert von Hand zu Hand, ohne dass eine Stelle dazwischen erst nicken muss. So steht es im Whitepaper, so funktioniert es, mehr ist es nicht. Wer ihn der MiCAR unterwirft, jeden Übergang anmeldet und jede Regel abnickt, um sauber zu bleiben, hat das Werkzeug aus der Hand gelegt und rechnet wieder wie mit Fiat. Dann kann er auch gleich bei Fiat bleiben. Das Ergebnis ist dasselbe: ein Dritter, der freigibt.
Ein Bitcoin, der nur mit Erlaubnis läuft, ist kein halber Schritt in die Freiheit. Er ist Fiat unter anderem Namen. Das war schon immer so. Entweder das Werkzeug hält, wozu es taugt, oder es hält gar nichts.
Die Börsen und ihr Papier#

Die Börsen holen sich ihre Lizenz und tragen sie vor sich her wie einen Adelstitel. Sie dürfen sie behalten. Wer jeden Ein- und Ausgang meldet, jeden Kunden ausleuchtet und jede Bewegung an eine Aufsicht durchreicht, betreibt keinen Ausgang aus dem alten Geld. Er betreibt eine Filiale davon mit neuer Fassade.
Zu den Werkzeugen der Freiheit gehören sie damit nicht mehr, so sauer sie diese Aussage auch macht. Frei bleibt allein, was von Hand zu Hand läuft, ohne dass eine Stelle es vorher freigibt. Das ist und bleibt P2P Bitcoin. Alles andere ist eine Erlaubnis, die man sich abholt, und eine Erlaubnis lässt sich streichen. Wer wirklich gehen will, mit sich und seinen Beständen, braucht kein lizenziertes Fenster dazwischen. Er braucht nur den Schlüssel und den Willen, ihn nicht abzugeben.
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