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Warum ein voller Bestand niemanden zum Widerständler macht und der Staat von keinem Kauf allein zerbricht.
Ein Satz macht die Runde: Bitcoin sei gelebte Staatsferne, und jeder, der welchen hält, zerlege damit die Herrschaft, sogar der überzeugte Freund des Staates. Der Satz verwechselt zwei Dinge.
Zwei Behauptungen stecken darin. Beide verwechseln einen Gegenstand mit einer Gesinnung und eine Zahl mit einer Tat. Nimm die erste. Ein Anarchokapitalist ist kein Guthaben. Er ist ein Mensch, der auf eine bestimmte Weise handelt: tauscht, verweigert, geht seinen eigenen Weg um die Regeln herum. Diese Weise lässt sich nicht in einem Schlüssel unterbringen. Ein Bestand liegt. Eine Haltung zeigt sich erst im Handeln. Wer beides gleichsetzt, kürzt genau die Person weg, die den Unterschied macht. Ein Kontostand hat keine Weltanschauung. Da liegt eine Zahl, sonst nichts.
Von allein geschieht nichts#

Die zweite Behauptung fällt leichter zu glauben. Sie verspricht, dass etwas von allein geschieht: Man muss nur dabei sein, und der Apparat bröckelt. Ein Schlüssel im Wallet handelt aber nicht. Er ruht. Der Kauf ist eine Wahl, gewiss. Aber ein Bestand, der danach nur daliegt, ist eine Bilanzbewegung, kein Streik.
Der naheliegende Einwand meldet sich sofort. Reicht nicht die schiere Existenz? Fließen genug Leute aus dem staatlichen Geld heraus, kippe das System doch von selbst. Reicht eben nicht. Wer selbst hält, hat einem fremden Zugriff den Bestand entzogen. Für ihn heißt das: was er selbst verwahrt, hängt nicht mehr am Wohlwollen eines Dritten. Das ist real. Einen Hebel nimmt es dem Apparat damit noch nicht. Sein übriges Handeln rührt das nicht an. Er zahlt und meldet und geht wählen wie zuvor. Was einem Apparat wirklich einen Hebel entzieht, ist der Gebrauch, der nicht vorher um Erlaubnis fragt: damit bezahlen, Waren dafür hergeben, Handel treiben, auch dort, wo kein Amt zusieht. Das ist Handeln, und es kostet: der erlaubnisfreie Gebrauch trägt ein Risiko, das der ruhende Bestand nicht kennt. Genau deshalb wirkt er. Besitzen genügt nicht, ist dafür aber billiger. Der Abfluss allein nimmt dem Apparat keinen Hebel, solange jeder im Übrigen weiter mitmacht wie zuvor.
Voller Bestand, gleiche Handlungen#

Und der, der an den Staat glaubt und trotzdem einen dicken Bestand hält? Ändert das etwas? An seinem Handeln nichts. Er wendet sich weiter an die Behörde, wenn ihm etwas nicht passt, ganz wie zuvor. Sein Kontostand steht neben diesem Tun, nicht darin. Ein voller Bestand verschiebt keine einzige seiner Handlungen.
Wer den Apparat nicht mehr mittragen will, ändert sein Handeln, nicht seinen Saldo.
Das Werkzeug tut nichts. Die Frage ist, wer es wofür benutzt.
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